XIV. Haddik. XV. Laudon. 359
portes bemächtigte. Im siebenjährigen Kriege erwarb er sieb, viel Ruhm beiMoys im Jahre 1757 und bald darauf vollbrachte er einen sehr geschickt com-binirten Angriff auf Berlin. Die Entfernung Friedrich's von der Hauptstadt be-nutzend, marschirte Haddik schnell mit 4000 Maun dorthin. Berlin wurde zujener Zeit nur durch Pallisaden und 2000 Mann Landwehr vertheidigt, wes-halb Haddik mit besonderer Schnelligkeit und Entschlossenheit operiren musste,um der Bevölkerung keine Zeit zu lassen, sich zu bewaffnen und die Vertheidi-gung der Stadt zu verstärken. In der That fiel er über Berlin her, nahm esnach unbedeutender Gegenwehr ein, erhob 200,000 Thaler Contribution, undnachdem er von der Annäherung preussischer Truppen Kunde erhalten, ent-fernte er sich den andern Tag eben so schnell in die Oberlausitz. Dies warein gewandter Parteigänger-Ueberfall! Im Jahre 1758 eroberte Haddik Pirnaund deckte die Belagerung des Sonnensteins, im Jahre 1759 befehligte er dasösterreichische Corps im Verbände der Reichsarmee, deckte dann die Vereini-gung Laudon's mit der russischen Armee, wurde aber im August von Fink beiGuben geschlagen. Im September, nach der Uebergabe von Dresden, kämpfteer bei Korbitz, aber unglücklich. Darnach wurde sein Corps getrennt, er selbstder Reichsarmee zugetheilt, im Jahre 1762 zum Obercommandirenden derselben,nach dem Friedensschluss zum General-Gouverneur von Siebenbürgen undim Jahre 1772 von Galizien, im Jahre 1774 aber zum Präses des Hofkriegs-rathes ernannt, zum General-Feldmarschall befördert und in den Grafenstanderhoben. Während des bairischen Erbfolgekrieges befand er sich in der acti-ven Armee, wo seine Anwesenheit als Präses des Kriegsrathes einen grossenEinfluss gehabt haben könnte, wenn die Absicht vorgelegen hätte, entschiedeneOperationen vorzunehmen. Seine kriegerische Laufbahn beschloss er im Jahre1788 durch Führung der Hauptarmee gegen die Türken, aber schon 1789übergab er den Oberbefehl aus Alter, Schwäche und Krankheit an Laudon undkehrte mit gänzlich zerrütteter Gesundheit nach Wien zurück. Der TodJoseph's II. (8. Februar 1790), dem er tief ergeben war, betrübte ihn und be-schleunigte seinen eigenen Tod, der am 12. März 1790 erfolgte. Ueber ihnkann man dasselbe sagen, was schon von Nadasdy gesagt worden ist, demähnlich auch er zuerst ein gewandter Partisan und dann ein entschlossener undgeschickter General war.
XV.L a u d 0 n.
Gideon Ernst von Laudon wurde im Jahre 1716 in Livland geboren undstammte aus einer schottischen Familie (Lawdon) , die sich dort seit vielenJahre nniedergelassen hatte. 15 Jahre alt, trat er im Jahre 1731 in den russi-schen Militärdienst als Cadet (oder Junker). Seine ganze Bildung beschränkte