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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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XIII. Nadaady. 357

österreichische operirten. Uebrigens haben zwei wichtige Siege über Friedrichund das ehrenvolle Hervorgehen] aus 'einem langwierigen und hartnäckigenKriege mit ihm, Daun dennoch kriegerischen Ruf und, wollen wir hinzufügen,die Achtung Friedrich's selbst eingebracht.

Noch während des siebenjährigen Krieges wurde Daun zum Präses desHofkriegsrathes ernannt, welcher gewöhnlich das Geschick der österreichischenArmeen und ihrer Feldherren in seiner unumschränkten Gewalt hielt. In dieserStellung war Daun bemüht, zu seinen früheren Neuerungen und Reformen, dievon ihm im letzten Kriege gemachten Erfahrungen hinzuzufügen und für seineMühen in dieser Hinsicht wurde ihm besonderes Lob von Maria Theresia undihrem Nachfolger zu Theil. Er starb am 5. Februar 1766.

xm.

Nadasdy.

Franz Nadasdy wurde im Jahre 1708 in Ungarn geboren, trat jung in denKriegsdienst und betheiligte sich zuerst an den Feldzügen von 173439 inItalien, Ungarn und am Rhein, und zeichnete sich zum ersten Male im öster-reichischen Erb folgekriege aus. Im November 1741 nahm er den Franzosenund Baiern Neuhaus in Böhmen weg, und wurde bald darauf zum Generalmajorbefördert, während der Belagerung von Prag befehligte er ein Detachementleichter Reiterei auf der Grenze von Franken zur Beobachtung der französischenArmee des Marschalls Maillebois. Beim Rückzuge des Marschalls Belle-Isleaus Prag nach Eger verursachte er ihm grossen Schaden. Im Jahre 1743 nahmer den bekannten französischen Parteigänger Lacroix gefangen, schlug beiBraunau die Baiern unter dem Befehle von Minuzzi und eroberte viele Städtean den Flüssen Inn und Salza. Im September 1743 befand er sich in der Armeedes Herzogs Karl von Lothringen beim Marsche derselben an den Rhein, undim Jahre 1744 nahm er thätigen Antheil beim Uebergange über den Rhein beiSchröck. Seine Vortruppen (und vor ihnen Laudon) setzten zuerst auf Fahr-zeugen über, kamen den Franzosen bei den Lauterburger und Weissenburgerbefestigten Linien zuvor und begannen sich zum Einfall in Lothringen zurüsten. Nadasdy stellte sich in Elsass-Zabern auf und wurde anfangs vomstärkern Feinde zurückgedrängt, aber verstärkt durch den General Bärenklau,besetzte er Zabern aufs Neue. Die Erneuerung des Krieges durch Friedrich II.berief die Armee des Herzogs Karl, und mit ihr auch Nadasdy nach Böhmen.Hartnäckig und tapfer kämpfte Nadasdy bei Tabor und brachte mit seinen leich-ten Reitertruppen im Allgemeinen den Preussen grossen Verlust bei. Im Jahre1745 hatte er ein unglückliches Gefecht gegen Winterfeldt bei Hirscbberg, deckteaber später mit grossem Geschick den Rückzug de3 Herzogs Karl. In der Schlachtbei Soor überfiel er das preussische Lager im Rücken der feindlichen Armee und