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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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1 XII. Daun. 355

Khevenhüller zum Rhein, welcher, ebenso wie sein Nachfolger FeldmarschallTraun, zu den wichtigsten Unternehmungen immer Daun gebrauchte. So be-fehligte Daun die Grenadiere beim Uebergange über den Rhein bei Stockstadt,und während des Marsches der Armee nach Böhmen schlug er den Ueberfallauf ihre Arrieregarde bei Ludwigsburg ab. Im zweiten schlesischen Kriege be-theiligte er sich, schon im Range eines Feldmarschall-Lieutenants, an denSchlachten bei Hohenfriedberg und Soor und im Jahre 1745 wurde er, 39 Jahrealt, zum Feldzeugmeister ernannt. Nach dem Frieden zu Dresden betheiligteer sich an den Feldzügen von 17461747 in den Niederlanden und zeichnetesich mehrere Male in diesen aus, besonders bei Laffeld, wo er glücklich dieauf der linken Flanke bedrängten Engländer und Hannoveraner unterstützte.

Nach dem Frieden zu Aachen im Jahre 1748 beauftragte Maria Theresia,die Daun kannte und seinen Werth schätzte, ihn damit die österreichischenTruppen zu ergänzen und zu vervollkommnen, was er auch mit Erfolg und Nutzenbewerkstelligte. Im Jahre 1749 veröffentlichte er das sogenannte Daun seheReglement, welches noch lange nachher der österreichischen Armee zur Richt-schnur diente, und znr militärischen Ausbildung der adligen Jugend wurde nachseiueni Plane in Wiener-Neustadt eine Kriegs-Akademie iCadetteneorps ; ge-gründet und im Jahre 1752 Daun selbst zum Chef derselben bestimmt. Fürdiese dem Vaterlande geleisteten Verdienste wurden ihm viele Auszeichnungenzu Theil, der Rang eines Geheimrathes und Generalfeldniarschalls und die Chargeeines Obercommandirenden in Wien.

In dieser hohen Stellung ereilte ihn der Anfang des siebenjährigen Krieges,in welchem das Schicksal ihn zum Hauptgegner Friedrich's bestimmt hatte.Seine ersten Handlungen in diesem Kriege waren: die Vereinigung der Trümmerder bei Prag geschlagenen Armee mit frischen Truppen, der Sieg über Fried-rich bei Kolin und die Befreiung des Herzogs Karl von der Blockade inPrag. Zum Andenken an den Sieg bei Kolin stiftete Maria Theresia einenMilitärorden ihres Namens und verlieh Daun als Erstem das Grosskreuz diesesOrdens.

Nach den Siegen Friedrich's bei Rossbach und Leuthen wurde Daun zumOberbefehlshaber der gegen Friedrich operirenden österreichischen Armee er-nannt nnd im Jahre 1758 zwang er Friedrich, die Blockade von Olmützaufzuheben. Als Friedrich zur Oder gegen die russische Armee marschirte,ging Dann, in der Absicht, Sachsen zu befreien, in die Lausitz nnd blieb beiStolpen stehen, von wo ans er Laudon zn unterstützen beabsichtigte, der schonbis an die Grenzen Brandenburgs vorgedrungen war und andererseits die Ver-bindung mit der Reiebsarmee zu unterhalten gedachte. Nach der RückkehrFriedrich's in die Lansitz beobachteten sich beide Armeen gegenseitig, bisDaun durch einen plötzlichen Ueberfall die Armee Friedrich's bei Hochkirchsehlog. Nach dem Rückzuge Friedrich's nach Schlesien marschirte Daun nachDresden, konnte es aber nicht erobern. Im Jahre 1759 blieb Daun lange in

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