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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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354 Beilagen.

folge erzielt, wenn ihn nicht der von Friedrich II. erneuerte Krieg vonNeuem nach Böhmen berufen hätte. Aber dort hatte er kein Glück und wurdevon Friedrich bei Hohenfriedberg und Soor besiegt. Nach dem Frieden zuBreslau begab er sich in die Niederlande und betheiligte sich an dem Feldzugeim Jahre 1746, der mit der Schlacht bei Raucoux endigte, in welcher der ausösterreichischen Truppen bestehende Flügel der verbündeten Armee gar nichtmitkämpfte. In den Jahren 17471748 befand er sich wie früher in derverbündeten Armee und operirte unter Anführung des Herzogs von Cumberlandin den Niederlanden. Nach dem Frieden zu Aachen wurde er zum Gouverneurund General-Capitain (Statthalter) der österreichischen Niederlande bestimmt,lebte fast beständig in Brüssel und wurde vom Volke für seine milde und ge-rechte Verwaltung ungemein geliebt. Ein neuer Krieg mit Friedrich rief ihnvon Neuem nach Böhmen, wo er im Jahre 1757 den Oberbefehl über alleösterreichischen Truppen übernahm. Tapfer kämpfte er gegen Friedrich II. beiPrag, aber von ihm besiegt, wurde er mit 40,000 Mann in Prag belagert undnur durch den Sieg Daun's bei Kolin befreit. Nun marschirte er, dem sich zu-rückziehenden Friedrich auf dem Fusse folgend, in die Lausitz und von dortnach Schlesien, wo Nadasdi Schweidnitz eroberte. Bei Breslau schlug er denHerzog von Bevern und eroberte Breslau, aber im December desselben Jahres(1757) wurde er von Friedrich bei Leuthen besiegt, obgleich er 90,000 Manngegen 33,000 Mann Preussen hatte, und darauf verliess er ganz und gar diekriegerische Laufbahn. Ein geschickter Feldherr, glücklich gegen die Baiernund Franzosen, hatte er kein Glück gegen Friedrich, und bis zu seinem 1780erfolgten Ableben widmete er sich nur noch der weisen Verwaltung der Nieder-lande.

XII.Daun.

Graf Leopold Joseph von Daun war der Sohn des Grafen Wirich Daun,der durch die Vertheidigung Turins im Jahre 1706, durch die Unterwerfungvon Neapel und durch seine weise Verwaltung des Königreichs Neapel und desHerzogthums Mailand bekannt ist; er wurde im Jahre 1705 geboren. SeinVater selbst war sein Erzieher, welcher ihn, als er nicht älter als 14 Jahrewar, am Ende des türkischen und am Anfange des sicilianischen Krieges (1718bis 1720) in den Militärdienst treten Hess. In den Jahren 17341735 be-theiligte er sich an den Kriegsoperationen in Italien, in der Armee des PrinzenEugen am Rhein, und in den Jahren 17371739 gegen die Türken in Un-garn, wo er in der Schlacht bei Krozka verwundet wurde und ein Regimenterhielt. Im österreichischen Erb folgekriege betheiligte er sich an der Ver-folgung des Marschalls Broglio über Pisek und Tein, an der Belagerung vonPrag und Unterwerfung Baierns und späterhin am Marsche des Feldmarschalls