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Schlesien deckte er diese mit der ganzen Reiterei und brachte den Oester-reichern bei Chlumetz eine Niederlage bei. Nachher begleitete er Friedrich zurOder, und in der Schlacht bei Zorndorf, in welcher er die Reiterei des linkenFlügels befehligte, die nach und nach auf 60 Escadronen verstärkt wordenwar, schonte er dieselbe zuerst, aber dann, im rechten Augenblicke warf er siemit solcher Schnelligkeit und Kühnheit gegen den Feind, dass selbst Friedrichfür sie fürchtete, dann aber Seydlitz umarmte und sagte, dass er ihm allein denSieg zu verdanken hätte. Und in der That war noch niemals eine so grosseZahl Reiterei auf einem so engen und ungünstigen Terrain mit solcher Kühnheitund Geschicklichkeit gebraucht worden, und die Operationen Seydlitz's bei Ross-bach und Zorndorf waren die glänzendsten und ruhmvollsten unter der Zahlaller seiner Heldenthaten.
Vor der Schlacht bei Hochkirch gehörte Seydlitz zu denjenigen, welcheFriedrich die Möglichkeit eines nächtlichen Ueberfalles seitens der Oesterreicherbewiesen, und nach der Schlacht deckte er den Rückzug Friedrich's so kühn undglücklich, dass der König Zeit gewann, eine starke Position bei Bautzen ein-zunehmen.
In der Schlacht bei Kunnersdorf befand sich Seydlitz auf der linken Flankeder preussischen Armee und suchte Friedrich zu bewegen, die Truppen nichteiner unzweifelhaften und grossen Gefahr auszusetzen, erhielt aber den Be-fehl, das Centrum der russischen Armee anzugreifen, um der Infanterie mehrSpielraum zu gewähren. Seydlitz, der keinen Erfolg voraussah, rieth davon ab,aber Friedrich bestand darauf, Seydlitz gehorchte — und durch Wolfsgrubenaufgehalten, unter starkem Kartätschenfeuer, erlitt er ungemein grosse Verlusteund sank selbst schwer verwundet vom Pferde. Friedrich erkannte seinenFehler und bedauerte Seydlitz. Nach Berlin zur Heilung befördert, konnte erlange Zeit sich nicht erholen. Aber nachdem er zum Frühjahre 1760 genesen,verheirathete er sich am 17. April mit der Gräfin Hake und begab sich denTag darauf zur Armee. Friedrich empfing ihn gnädig, aber schon nicht mehrmit dem früheren Wohlwollen. Bald kehrte Seydlitz nach Berlin zurück undtrug viel zur Abwehr der Ueberfälle auf diese Stadt seitens der russischenTruppen bei.
Im Jahre 1761 von Friedrich wieder zur Armee berufen, nahm er an denOperationen des Prinzen Heinrich in Sachsen Theil. Als Aeltester nach demPrinzen designirt, zeigte er seine Kriegsfähigkeiten in Befehligung sowohl derInfanterie als auch der Reiterei besonders in der Schlacht bei Freiberg (imJahre 1762), in welcher er die Infanterie einige Male zum Angriff führte.
Nach dem Friedensschlüsse wurde die ganze preussische Reiterei in In-spectionen eingetheilt und Seydlitz wurde die Inspection aller Regimenter inSchlesien (70 Escadronen) anvertraut. Diese Einrichtung trug viel zur Ein-heit in der Verwaltung und Fronte-Ausbildung der Reiterei bei, und die In-spection Seydlitz's, Dank seiner Fürsorge und Thätigkeit, übertraf bald alle