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das Städtchen Krakowitz in der Nähe von Ratibor besetzt", wo er sich gegen diezahlreichen ungarischen leichten Truppen, welche ihn von der Gebirgsseiteangriffen, befestigte; Seydlitz aber sandte er mit 30 Kürassieren voran, einDorf zu erobern und sich in demselben bis zur Ankunft einer Infanterie-verstärkung zu halten. Seydlitz errieth die Absicht Rochow's, gehorchte aber,that Alles, was zur hartnäckigen Vertheidigung in seinen Kräften stand, abervon einer überlegenen Feindeszahl umzingelt, ohne Verstärkung zu bekommen,war er gezwungen, sich zu ergeben und wurde in die Festung Raab in die Ge-fangenschaft abgeführt. Einige Wochen nachher wurde er ausgewechselt undFriedrich vorgestellt, welcher mit allen seinen Antworten, den von ihm ent-worfenen Plan von Raab und besonders mit dem speciellen Bericht über seinetapfere Vertheidigung so zufrieden war, dass er ihn zur Belohnung zum Ritt-meister beförderte und zum Escadronchef des Husarenregiments Nauiner er-nannte. Nach dem Friedensschlüsse beschäftigte sich Seydlitz eifrig und thätigmit der Ausbildung seiner Escadron und brachte diese auf den höchsten Gradder taktischen Bildung.
Im zweiten schlesischen Kriege, im Jahre 1744, trat er in die Avantgardedes Generals von Nassau, zeichnete sich in allen Scharmützeln mit den Oester-reichern aus und erwarb sich mehr und mehr das Wohlwollen Friedrich's. BeiHohenfriedberg operirte er auf der rechten Flanke, machte eigenhändig densächsischen General Schlichting zum Gefangenen und wurde dafür mit demMajorsrange belohnt. Bei Soor wurde er bei einer von ihm bewerkstelligtenreissend schnellen Attake gegen den Feind, von einer Kugel an der linkenHand verwundet, und in der Nähe von Zittau überfiel er so plötzlich die feind-liche Arrieregarde, dass sich diese fast ganz zerstreute. Nach dem Friedens-schlüsse zu Dresden wurde Seydlitz von Friedrich mit Lobeserhebungen über-schüttet, mit einem kostbaren türkischen Säbel belohnt und von Neuem beganner seine Husaren im kühnen Reiten, Ueberspringen aller möglichen natürlichenund künstlichen Hindernisse u. s. w. auszubilden, und die Husaren übten sichgern darin. Seydlitz war ttreng, aber kein Pedant und indem er von seinenUntergebenen unbedingten Gehorsam und genaue Erfüllung ihrer Pflichten for-derte, war er ihnen in Allem ein Vorbild und Beispiel uud er erreichte Allesdurch seine ihm persönlich eigene Umgangsweise; ausser dem Dienste war erein ausgezeichneter Kamerad seiner Officiere, unterhielt sich mit ihnen überdie besten Mittel zur Erfüllung seiner Projecte und bald zählten seine Officierezu den besten und wurden von Friedrich begünstigt. Zwei von ihnen starbenals Generäle und der dritte, der das Husarenregiment Ziethen befehligte, fielin der Schlacht bei Torgau.
Friedrich, zu der Zeit unzufrieden mit dem schlechten Zustande der preus-sischen Reiterei im Allgemeinen, aber ausserordentlich zufrieden mit Seydlitzund seinen Husaren, beförderte ihn im Jahre 1752 zum Oberstlieutenant und1755 zum Oberst, und um durch ihn die taktische Ausbildung der Reiterei zu