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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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IX. Ziethen. 347

er dem Feinde viele Vorräthe und Gefangene ab, Hess ihn sich nirgendsfestsetzen und nach vielen immer glücklichen Scharmützeln kam er nach Prag.Friedrich belohnte ihn dafür mit dem schwarzen Adlerorden. In der Schlachtbei Prag, wo er 30 Escadronen in der Keserve befehligte, kam er Schwerinzu Hülfe, warf die österreichische Reiterei und trug viel zum Siege bei. Inder Schlacht bei Kolin befehligte er 108 Escadronen, griff den rechten Flügelder Oesterreicher an, allein örtlicher Hindernisse wegen und weil die Infanteriezu spät anlangte ohne Erfolg. und weder er, noch Seydlitz vermochten demKampfe eine bessere Wendung zu geben, dabei wurde Ziethen beim Angriffeeiner Batterie am Kopfe verwundet, sein Pferd unter ihm erschossen und errettete sich kaum vom Tode oder vor Gefangenschaft. Während des MarschesFriedrichs zur Saale gegen die Franzosen, blieb Ziethen beim Herzoge vonBevern, schlug in der Schlacht bei Breslau alle Angriffe des Generals Nadasdiab, konnte aber nicht hindern, dass die Schlacht verlorenging. Nach Ge-fangennahme des Herzogs von Bevern, widersetzte er sich hartnäckig der Mei-nung des ältesten Generals Lostewitz, der sich zurückziehen wollte, und erwurde bald darauf an die Stelle Lostewitz's bestimmt, und dieser zum Comman-danten von Breslau ernannt. Nachdem Ziethen sich mit Friedrich vereinigthatte, trug er dadurch, dass er das Corps Nadasdi warf, viel zum Siege beiLeuthen bei. Während der Blokade von Olmütz im Jahre 17 58 wurde Ziethendem Belagerungsparke und einem Provianttransporte entgegengesandt, aberer vermochte diesen nicht mehr zu retten; er deckte später zusammen mitSeydlitz den Rückzug Friedrich's nach Böhmen und schlug alle Angriffe desFeindes zurück. Als aber Friedrich zur Oder gegen die russische Armee mar-schirte, blieb Ziethen beim Markgrafen Karl in Schlesien, und hier hatte er esam meisten mit Laudon zu thun, dessen Streifzüge er zurückschlug, aber nichtohne Mühe. In der Schlacht bei Hochkirch kam er schnell der geschlagenenInfanterie zu Hülfe und sicherte zusammen mit Seydlitz den Rückzug Friedrich's.

Im Jahre 1759 befand er sich die ganze Zeit über in der Armee des PrinzenHeinrich; er befehligte ein 10,000 Mann starkes Corps, operirte mit grosserKraftanstrengung, aber ausserordentlich kühn und wich immer der ihm drohen-den Gefahr aus und nachdem er Winterquartiere zwischen Dresden und Frei-berg bezogen hatte, erfüllte er glücklich die sehr schwere Aufgabe sie zu deckenund sicher zu stellen.

Im Jahre 1760 hatte er die Position bei Reichenbach und Fouque diebei Landshut inne, aber er wich geschickt dem Schicksale des Letzteren ausund zog sich zur rechten Zeit nach Breslau zurück. In der Schlacht bei Lieg-nitz trug er soviel zum Siege bei, dass Friedrich ihn auf dem Schlachtfeldezum General der Cavallerie ernannte. In der Schlacht bei Torgau gebührtdie Ehre des Sieges Ziethen allein, weil er denselben in dem Augenblicke er-focht, als Friedrich schon gar keine Hoffnung mehr hatte und Daun einenCourier nach Wien mit der Nachricht über einen erkämpften Sieg absandte.