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der ganzen Fronte der Armee! Später betheiligte sich Ziethen mit drei Es-cadronen Husaren an dem beinerkenswertken Gefechte bei Teltschin, wo erzusammen mit dem Oberstlieutenant Wedel und einem Grenadierbataillon dieösterreichische Armee am Uebergang über die Elbe hinderte.
Im Jahre 1745 vollbrachte er eine ungewöhnliche Parteigängerthat. DieArmee Friedrich's in Frankenstein war durch den Feind vom Markgrafen Karlin Troppau und Jägerndorf abgeschnitten. Ziethen benutzte den Umstand,dass sein Regiment eine neue Uniformirung, eine den ungarischen Husaren etwasähnliche, erhalten hatte. Mit der grössten Vorsicht näherte er sich dem öster-reichischen Lager, und den Schein annehmend als wären es ungarische Husaren,ritt er mit erheuchelter Sorglosigkeit gerade ins österreichische Lager hinein,wo man ihn jedoch erkannte. Aber Ziethen Hess seine Escadron eng zusammen-rücken und setzte kühn in schnellstem Galopp durch's ganze Lager; ungeachtetdass er von verschiedenen Seiten attakirt wurde, gelangte er glücklich bis zumMarkgrafen und rettete dessen Corps, das sich mit Friedrich zu vereinigenvermochte. Solch ein Beispiel war bis dahin unerhört! In der Schlacht beiHohenfriedberg, wo Ziethen mit 20 Escadronen in der Reserve stand, be-merkte er, dass, nachdem die Reiterei des preussischen linken Flügels dasStriegauer Wasser über die Brücke passirt hatte, diese zusammenstürzte unddie Reiterei sich in grosser Gefahr befand. Ziethen ging sogleich über denFluss, durch eine schon früher ermittelte Furt, fiel dem Feinde in die Flankeund rettete die preussische Reiterei. In der Schlacht bei Hennersdorf wurde eram Fusse verwundet und war dadurch gezwungen die Armee zu verlassen.
Nach Abschluss des Friedens zu Dresden, hatten die Neider und FeindeZiethen's es vermocht, ihn bei Friedrich anzuschwärzen. Und dazu kam nochFamilienkummer; im Jahre 1751 starb sein einziger Sohn, und fünf Jahrespäter seine Frau, beide heiss geliebt von ihm. — Die Seelenleiden hatten einenso schädlichen Einfluss auf die schwache Gesundheit Ziethen's, dass er denWunsch äusserte seinen Abschied zu nehmen. Friedrich war dadurch betrübt.Ziethen war ihm im bevorstehenden, neuen und gefährlichem Kriege noth-wendig, und er bot ihm zuerst die Hand zur Versöhnung und wandte ihm seinganzes früheres Wohlwollen zu.
Noch vor Beginn des Krieges wurde Ziethen zum Generallieutenant be-fördert und dann begleitete er Friedrich durch Sachsen nach Böhmen, fastimmer die Avantgarde befehligend. Sein Ruf war so gross, dass Seydlitz, derdamals Oberst war, um die Erlaubniss bat, unter seinem Befehle dienen zudürfen, da er sich Ziethen zum Vorbild genommen hatte. Nach Beendigungdes ersten Feldzuges deckte Ziethen mit 5 Bataillonen und 20 Escadronen inder Umgegend von Zwickau die Winterquartiere der preussischen Armee inSachsen. Im April 1757 beim Marsche nach Böhmen befehligte er die Avant-garde der Colonne des Fürsten Moritz von Anhalt, und nach Vereinigung der-selben mit der Colonne Friedrich's die Avantgarde beider. In dieser Zeit nahm