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Rechte des erblichen Statthalters wieder herstellen sollte; leicht und schnellbeendigte er diesen Feldzug und erwarb sich dadurch einen grossen aber nichtverdienten Ruhm. Schliesslich wurde ihm fünf Jahre später, im Jahre 1792,der Oberbefehl über die preussische Armee anvertraut, welche bestimmt war,gegen die französische Republik Krieg zu fuhren; seine Kriegsoperationen vondiesem Jahre an bis zu seinem Tode werden späterhin im I. Bande der Allg.Kriegsgeschichte der neuesten Zeit beschrieben werden.
VIELWinterfeldt.
Hans Karl von Winterfeldt, aus einem nicht begüterten adelichen Ge-schlecht Vorpommerns stammend, wurde dort im Jahre 1709 geboren und trat16 Jahre alt mit dem niedersten Officiersrange in das preussische Kürassier-regiment Winterfeldt. Sein hoher Wuchs und sein angenehmes Aeussere lenktenauf ihn die Aufmerksamkeit des Königs Friedrich Wilhelm I., welcher ihnals Lieutenant und Adjutant in die Garde überführte. Friedrich II. war ihmschon als Kronprinz sehr gewogen, beförderte ihn nach seiner Thronbesteigungzum Major und ernannte ihn zu seinem Flügel-Adjutanten, und einige Monatespäter, im Jahre 1740, sendete er ihn nach Petersburg mit dem wichtigenAuftrage den russischen Hof zu bewegen, sich nicht in deu Krieg Friedrich'smit Oesterreich hineinzumischen, welcher Auftrag auch von Winterfeldtmit vollständigem Erfolge ausgeführt wurde. Nach seiner Rückkehr wurdeer zum Commandern- eines Grenadierbataillons ernannt, mit welchem er sichbei der Eroberung von Glogau und besonders in der Schlacht bei Mollwitzauszeichnete, wo er verwundet wurde; bald nachher wurde er zum Oberst-lieutenant und darauf zum Oberst befördert und zum General-Adjutanten desKönigs ernannt, und von Neuem zeichnete er sich im Gefechte bei Rothschlossund im zweiten schlesischen Kriege beim Rückzuge aus Böhmen aus, wobeier abermals verwundet wurde. Im Jahre 174 5 hatte er ein glänzendes Ge-fecht mit den ungarischen Husaren bei Schlawentitz und bald darauf schlug erbei Landshut eine starke Attake des General Nadasdi zurück, wofür er zumGeneralmajor befördert wurde. Darnach hatte er den thätigsten Antheil anden Siegen bei Hohenfriedberg und Hennersdorf und brachte bei Zittau demnach Böhmen abziehenden Feinde grosse Verluste bei. In den folgenden elfFriedensjahren befand er sich beständig in der Umgebung Friedrich's IL, er-freute sich seines vollen Zutrauens und erhielt von ihm die allerverschiedenstenund wichtigsten Aufträge. Da er die Unumgänglichkeit des dritten schlesischenKrieges voraussah, war er auf jegliche Weise bemüht, Nachrichten über dieMilitärinstitutionen der benachbarten Staaten und über die Eigenthümlichkeitund Beschaffenheit des wahrscheinlichen Kriegsschauplatzes zu sammeln. Und