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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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VI. Herzog von Bevern. VII. Erbprinz Karl von Braunschweig. 341

im Jahre 1757 nach der Schlacht bei Kolin betroffen, schadeten seiner bis dahinsehr erfolgreichen und ausgezeichneten kriegerischen Laufbahn.

VII.Erbprinz Karl von Brauiisckweig-Lünefourg.

Karl war der älteste Sohn und Thronerbe des regierenden Herzogs Karlund der Prinzessin Philippine Charlotte von Preussen, der Schwester Fried-riche IL, und daher Neffe desselben von mütterlicher Seite und Neffe desHerzogs Ferdinand von Braunschweig väterlicherseits; er wurde am 9. Oc-tober 17 35 geboren. Vom siebenten Jahre an war seine Erziehung dem be-rühmten Hofprediger Jerusalem zu Wolfenbüttel anvertraut, und im zwölftenJahre trat er unter dessen Leitung in das Collegium Carolinum ein.

Aber die ruhmvollen Kriegsthaten seines Oheims Friedrich IL erregtenin ihm den Wunsch Militär zu werden, und der siebenjährige Krieg bot ihm Ge-legenheit seine kriegerischen Fähigkeiten auszubilden und an den Tag zu legen.Am Anfange des Krieges führte er die braunschweigischen Truppen im Beständeder verbündeten Armee unter dem Befehle seines Oheims des Herzogs Ferdi-nand in Westfalen, und von der Zeit an bis zum Ende des Krieges nahm erthätigen Antheil an den Operationen dieser Armee. Schon in der unglück-lichen Schlacht bei Hastenbeck im Jahre 1757 zeigte er, wie Friedrich ILselbst bestätigt, dass die Natur ihn zum Helden geschaffen, und im Jahre 1758entschied er den Sieg bei Krefeld. In diesem Kriege überhaupt wurde derName des Erbprinzen von Braunschweig zusammen mit dem Namen Fried-riche , des Prinzen Heinrich und des Herzogs Ferdinand gerühmt lind dieAchtung Friedrich's für ihn wuchs mehr und mehr, was seine Geschichte dessiebenjährigen Krieges und seine Ode an den Erbprinzen von Braunschweigbezeugen. Nach Beendigung des Krieges vermählte er sich im Jahre 1764mit der Prinzessin Auguste von Wales, einer Schwester des Königs Georg III.von England. Als Nachfolger seines Vaters bemühte er sich schon bei dessenLebzeiten, nachdem er die schwierige finanzielle Lage seines Vaters und seinesLandes erfahren hatte, die grösste Sparsamkeit zu beobachten, und lebtegrösstentheils fern von Geschäften, nur den Wissenschaften und schönenKünsten. Im Jahre 1773 trat er als General der Infanterie in den preussi-schen Militärdienst, hatte aber während der langen Friedenszeit, die nur aufkurze Zeit durch den bairischen Erbfolgekrieg unterbrochen wurde, keine Ge-legenheit seine militärischen Fähigkeiten mit Nutzen im Kriege anzuwenden.Nach dem Tode seines Vaters trat er die Regierung an, war bemüht die Finanzenzu verbessern , die Ausgaben zu beschränken und die Staatsschulden zu ver-ringern; er begünstigte den Ackerbau und den Freihandel. Im Jahre 17S7übernahm er den Befehl über die preussische Armee, welche in Holland die