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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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V. Keith. 339

wurde er nach Kleinrussland gesandt, die Stelle des Hetmans zu vertreten, unddort erwarb er sich durch seine Gerechtigkeit die Liebe der Bevölkerung. ImJahre 1741 stand er bei der Armee, welche gegen die Schweden in Finnlandoperirte, zeichnete sich in der Schlacht bei Wilmanstrand aus und besetzte dieÄlandsinseln. Nach dem Friedensschluss wurde er mit einem grossen Truppen-corps den Schweden gegen die Dänen zu Hilfe gesandt und verbrachte denWinter in Stockholm, wo er zugleich die Stelle eines bevollmächtigten Ge-sandten vertrat. Aus Schweden kehrte er 1744 zurück, worauf er zum ober-sten Chef zuerst in Reval, dann in Riga ernannt wurde. Aber in Folge ver-schiedener Unannehmlichkeiten wurde er im Jahre 1747 seiner Bitte gemäss ausdem russischen Dienste entlassen, in welchem er neunzehn Jahre lang gestandenhatte und mit den Orden des St. Andreas und des St. Alexander Newsky de-corirt worden war. Aus Russland in Kopenhagen angelangt, erhielt er vonFriedrich IL die Aufforderung in preussische Dienste zu treten; er ging daraufein und wurde mit dem Range eines Feldmarschalls angenommen und im Jahre1749 zum Gouverneur von Berlin ernannt. Durch das besondere WohlwollenFriedrich's ausgezeichnet, begleitete er ihn auf verschiedenen Reisen; mit Ge-schicklichkeit , Nutzen und Ruhm nahm er an den drei ersten Feldzügen dessiebenjährigen Krieges Theil und fiel in der Schlacht bei Hochkirch. SeinLeichnam wurde auf Daun's Befehl mit allen militärischen Ehren bestattet.

Als bestes Zeugniss der Verdienste Keith's muss dasjenige gelten, was inseinen Memoiren einer seiner Zeitgenossen und früherer Kamerad im RegimenteIsmailow und im Türkenkriege, Natschokin, von ihm sagt. Nach seinen Worten»war Keith thatsächlich ein ehrlicher und bescheidener Mensch. Ein Unglückfür ihn war es, dass er oft unschickliche Verweise von dem altern Mitgliede desKriegs-Collegiums, General Stephan Feodorowitsch Apraxin (im Jahre 1757Feldmarschall und Sieger bei Gross-Jägerndorf) erhielt, der ihm nicht wohl-wollte und seine Verdienste verkleinerte, weil Keith im Dienste älter war, alser. Tapfer ohne hitzig zu sein, gerecht und besonnen, artig im Umgange mitseinen Untergebenen und von ihnen geliebt, erwarb sich Keith auch in Klein-russland, in der Zeit als er die Stelle des Hetmans vertrat, die Liebe der klein-russischen Bevölkerung. Er lebte nicht geizig, aber stets massig und war sehruneigennützig. Bei seiner Abreise aus Russland verabschiedeten sich in Rigaalle dort befindlichen Stabs- und Oberofficiere unter Thränen, deren er sichauch selbst nicht enthalten konnte.« Dies hat nach dem Zeugnisse Natscho-kin's viel zu bedeuten, weil zu jener Zeit die Russen den Ausländern nicht all-zusehr gewogen waren.

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