338 Beilagen.
V.
Keith.
Jauies Keith wurde im Jahre 1696 in Schottland geboren, wo der Aeltestedieses Geschlechts seit 1060 den Erbtitel eines Lordmarschalls des KönigreichsSchottland hatte. James und sein älterer Bruder, ein Anhänger des Präten-denten, des vertriebenen Königs Jakob Stuart, waren nach der unglücklichenSchlacht bei Sherifmuir im Jahre 1715 gezwungen, ihr Vaterland zu verlassenund in der Suite des Prätendenten nach Frankreich überzusiedeln. Hier in Pariswurde James Keith persönlich mit Peter dem Grossen bekannt, der ihm vor-schlug, in russische Dienste zu treten, aber Keith zog es aus persönlicher Ach-tung für Karl XII. vor, mit seinem Bruder nach Spanien zu gehen, wo der Herzogvon Leyria ihm den Rang eines Capitäns in einem der italienischen Regimenterverschaffte. Mit diesem in der Stadt Ceuta, an der Küste Afrikas, in Garnisonstehend, wurde er während der Belagerung dieser Stadt durch die Marok-kaner schwer verwundet. Obgleich der König von Spanien ihn zum Oberstbeförderte, konnte Keith doch in neun Jahren kein Regiment bekommen, weil erProtestant und nicht Katholik war. Dieses veranlasste ihn, aus Spanien nachRussland zusammen mit dem dorthin als Gesandten bestimmten Herzog vonLeyria zu gehen. Der letztere erfreute sich der besondern Gunst Peter's IL,welchen er im Jahre 1728 bat, Keith in russischen Dienst als Generalmajoraufzunehmen. Keith blieb bei dem Truppencorps , welches sich in Moskau undin der Umgegend desselben befand, bis zur Thronbesteigung der Kaiserin AnnaIwanowna, welche, nachdem sie das dritte Garderegiment, Ismailow, formirt,Keith in dasselbe als Oberstlieutenant einreihte. Im Jahre 1732 wurde er indas eben erst geschaffene wichtige und schwierige Amt eines Militär-Inspectorseingesetzt, und in demselben Jahre machte er, die Truppen besichtigend, eineReise von mehr als 51,000 Werst durch Russlaud. Im Jahre 1734 nahm er imTruppencorps des General en Chef Lascy Theil am Feldzug nach Deutschlandzur Unterstützung der Reichsarmee, welche Prinz Eugen befehligte, betheiligtesich aber nicht an den Kriegsoperationen, sondern kehrte im nämlichen Jahrenach Russland, und zwar als Generallieutenant, zurück. Darauf befand ersich in der Armee Münnich's, die gegen die Türken operirte, und wurde beimSturm auf Oczakow so schwer am Fuss verwundet, dass er nur mit Mühe bisPerewolotschna gebracht werden konnte. Hierher kam zu ihm aus Spanien seinälterer Bruder, mit dem er, nachdem er sich ein wenig von seiner Verwundungerholt hatte, nach Petersburg abreiste. Hier konnte er jedoch nicht ganz her-gestellt werden, nahm daher Urlaub und begab sich ins Bad Montpellier nachFrankreich; die Kaiserin Anna Iwanowna verlieh ihm zur Reise und Kur10,000 Rubel. In Montpellier genas er, nur wurde der verwundete Fuss kürzerals der andere, und kehrte er dann nach Petersburg zurück. Im Jahre 1740