334 Beilagen.
diese Ehe als legitim an und bestätigte die rechtliche Erbfolge den Kindernaus dieser Ehe.
Die Verwaltung des Fürstenthums hinderte den Fürsten Leopold nicht,sich am spanischen Erbfolgekriege, an den Feldzügen am Rhein, an der Donau,in Deutschland und Italien, an der Spitze der preussischen Hilfstruppen, unterdem Oberbefehl des Prinzen Ludwig von Baden und des Prinzen Eugen vonSavoyen, zu betheiligen. Er zeichnete sich in den Schlachten bei Hochstädt inden Jahren 1703—4 und bei Cassano im J. 1705, sowie in den Feldzügen derJahre 1706—7 in Italien und 1710—12 in den Niederlanden aus. Den Winterverbrachte er gewöhnlich in Berlin, wo Feinde und Neider es vermocht hatten,ihn beim König Friedrich I. anzuschwärzen, indem sie ihn beschuldigten,Oesterreich mehr als Preussen zugethan zu sein. Jedoch seine kriegerischenAuszeichnungen in den Niederlanden und der ihm gewährte Schutz des PrinzenEugen von Savoyen erwarben ihm das Wohlwollen Friedrich's I. und seine Er-nennung zum General-Feldmarschall und geheimen Kriegsrath am Ende desJahres 1702. Zu der Zeit hatte er Gelegenheit persönlich mit Peter dem Grossen,während dessen Aufenthalt in Berlin, bekannt zu werden, und sein gerader,kriegerischer Charakter hat diesem Herrscher sehr gefallen.
Bei Friedrich Wilhelm I. erfreute sich Fürst Leopold besonderer Gunstund grossen Zutrauens und war sein erster Gehilfe bei der Vervollkommnung derpreussischen Armee.
In demselben Maasse genoss er auch das Wohlwollen des Kaisers Karl VI.,•der ihm den Titel Durchlaucht verlieh. Während des nordischen Kriegesgegen Schweden befehligte er im Jahre 1715 eine abgesonderte Armee, die aus25,000 Mann preussischer, 8000 Mann sächsischer und einer kleinen Zahldänischer Truppen bestand, belagerte und eroberte das vom SchwedenkönigeKarl XH. vertheidigte Stralsund. Darnach gelang es seinen Feinden aufs Neuedas Misstrauen Friedrich Wilhelm's I. gegen ihn zu erwecken, und sein Einflussbeschränkte sich von da an nur noch auf die Angelegenheiten der Militärverwal-tung. Die preussische Armee verdankte ihm viele wichtige Verbesserungen, welchein der Folge auch in den andern europäischen Armeen eingeführt wurden. Daer Vorurtheile gegen die Reiterei hegte, widmete, er seine ganze Thätigkeit denVervollkommnungen der Infanterie und brachte diese , wenngleich durch sehr-strenge, rauhe und bisweilen grausame Mittel, auf einen für die damalige Zeitungewöhnlichen Grad der Vollkommenheit. Man beschuldigte ihn eines grobenBenehmens im Umgange mit den Generälen und Officieren und einer grausamenBehandlung der Soldaten, welche ihn jedoch trotz alledem ungemein liebten.Sein Verhältniss zu seinen Untergebenen und Unterthanen war überhaupt einsehr sonderbares, bald war es ein sanftes, bald ein rauhes, auch verstand er esnicht, mit den Bewohnern des Landes, in welchem seine Truppen einquartirtwaren, sich zu vertragen.
Durch seine Bemühungen, die Strenge Friedrich Wilhelm's I. während des