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Schlosse Rheinsberg, führte jedoch verschiedene wichtige Aufträge an den Höfenvon Russland und Frankreich aus, wo er durch seinen Verstand, seine Bildungund seinen edeln Charakter beim ersteren sich im Jahre 1771 die besondereAufmerksamkeit und Achtung der Kaiserin Katharina IL, und bei dem andernviele eifrige Freunde erwarb. Nach dem Tode Friedrich's IL entschlossen, dieletzten Lebensjahre in Paris zu verbringen, siedelte er dorthin 1788 über, aberdas Herannahen der Revolution nöthigte ihn, nach Rheinsberg zurückzukehren,wo er im Jahre 1802,, 76 Jahre alt, starb.
II.Herzog Ferdinand von Braunschweig.
Ferdinand war der vierte Sohn des kaiserlichen Generalfeldmarschalls Her-zogs Ferdinand Albrecht, wurde am 11. Januar 1721 geboren, und von seinemVater zum Kriegsdienste bestimmt, erhielt er von diesem eine ausgezeichnete Er-ziehung und Bildung, welche in ihm die grossen natürlichen Anlagen entwickelteund durch Reisen in Deutschland, Frankreich, Holland und Italien vervollstän-digt wurde. Im Jahre 1740 bestimmte ihn Friedrich IL, mit dem Oberstenrange,zum Chef eines der preussischen Regimenter, und von der Zeit an begleitete derHerzog Ferdinand beständig Friedrich IL Seine erste praktische Kriegsschulewaren die schlesischen Kriege, in welchen er sich mehrere Male auszeichneteund sich zu seinem künftigen Berufe vorbereitete. Als Gouverneur von Magde-burg erhielt er im Jahre 1756 von Friedrich IL den Befehl über eine derdrei Colonnen, mit welchen Letzterer nach Sachsen marschirte, nämlich die-jenige , welche über Halle nach Leipzig rückte. Später, beim Marsche ausSachsen nach Böhmen, befehligte er die Avantgarde der Armee, zeichnete sichmit dieser im Gefechte bei Peterswalde aus, und nach der Schlacht bei Lobositzverbrachte er den Winter in Friedrich's Umgebung zu Dresden und Berlin. AmAnfange des Feldzuges im Jahre 1757 befehligte er von Neuem die Avantgardeder Armee und in der Schlacht bei Prag trug er viel zum Siege bei. Nach derConvention von Kloster-Seven ertheilte ihm Friedrich den Auftrag, mit einemkleinen Truppendetachement in Niedersachsen den Anmarsch der französischenArmee des Herzogs Richelieu aufzuhalten und war mit der Ausführung diesessehr schwierigen Auftrages sehr zufrieden. In der Schlacht bei Rossbach be-fehligte der Herzog den rechten Flügel, betheiligte sich aber fast gar nicht ander Schlacht. In Folge dieser Schlacht und des Einfalls der Franzosen inHannover, Braunschweig und Hessen, erhielt er von Friedrich die Bestimmungin Westfalen die ans hannoverschen, braunschweigischen, hessischen undbückeburgischen Truppen und einigen preussischen Reiterregipientern gebildeteverbündete Armee zu befehligen. Von dieser Zeit an hat er bis zum Endedes siebenjährigen Krieges mit dieser Armee eben so geschickt als erfolg-