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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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316 III. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

demselben aufstellen und zwar so. class 3 / 5 unserer Armee sieh im Cen-trum und die beiden übrigen Theile sich auf den Flanken befinden. Eine40,000 Mann starke Vertheidigungsarmee wird auf diese Weise ein Arealvon 5 Lieues (20 Werst) Ausdehnung in der Fronte, auf dem Terrain ein-nehmen, wo der Feind über den Fluss gehen könnte. Dem Letzterenwird es weder möglich sein, sich 10 Lieues (40 Werst) weit zu entfernen,um einen anderen Durchgang zu suchen, noch eine Brücke zu schlagenund über den Fluss zu gehen, ohne bemerkt zu werden. Wenn die Oert-lichkeit des Landes für uns günstig ist, so sind 8000 Mann starkeFlankendetachements stark genug, um den Feind zu hindern, den Flusszu überschreiten, oder ihn nach seinem Uebergange entschlossen anzu-greifen, oder endlich ihn so lange aufzuhalten, bis wir mit der Haupt-macht heranrücken. Wenn der Uebergang schon bewerkstelligt ist undder Feind sich auf unserem Ufer durch Befestigungen gedeckt hat, somuss man sich rings um seine Befestigungen aufstellen, nachdem mandie Flanken nach Möglichkeit verstärkt und mit schwerer Artillerie ver-sehen hat. Der Feind wird es nicht wagen, aus seinen Befestigungenherauszukommen und uns anzugreifen, und wird gezwungen sein, Überden Fluss zurückzugehen.

Zum Uebergange über einen auf diese Weise vertheidigten Flussbleibt dem Feinde nur ein Mittel: ein starkes Detachement 1012Lieues (4048 Werst) nach anderer Richtung zu entsenden, um eineBrücke zu schlagen und zu befestigen; aber dieses erfordert viel Zeitund erlaubt uns Gegenmittel zu ergreifen. Endlich, wenn es der Feind ver-mocht haben sollte, den Fluss zu überschreiten (was unmöglich ist, wennwir nach den oben erörterten Regeln handeln), so gehen wir auf eineandere ebenso starke Position über. Wenn das Land schwere Durch-gänge oder Engpässe hat, so können wir leicht den Heranrückenden Schrittvor Schritt aufhalten und ihn zwingen, Detachements auf die Flankenund in den Rücken unserer Armee abzusenden, um unsere Operations-linie zu durchschneiden. Auf diese Weise wird er uns zwingen, voneiner Position auf die andere überzugehen, wenn wir seine Detache-ments nicht etwa in Theilen schlagen, was für uns in einer bergigenGegend sehr leicht ist. Mit einem Worte, man muss sich auf dieseoder andere Art von den feindlichen Detachements befreien, weil es un-möglich ist, einem zur Besetzung unserer Operationslinie hinlänglichstarken Feinde in der Fronte und den Flanken lange wirksam entgegenzu operiren.

Der Feind kann gegen uns in der Fronte und Flanke aufgestelltsein oder endlich uns in der Fronte und im Rücken bedrängen. Im erstenFalle können wir ihn aufhalten, indem wir uns in starken Positionen auf-stellen, an denen es nicht mangelt, und sogar eine Schlacht wagen, weil