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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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10. Die Kriegswissenschaft, ihre Geschichte u. Literatur. Lloyd's System. 307

immer die Hoffnung auf die Zukunft rege erhalten werde. Das Bei-spiel der Griechen. Römer, Türken, Tataren und der amerikanischenFlibustier (Seeräuber) dient als Beweis, dass die Hoffnung auf Beute oderöffentliche Ehrenbezeugungen oder der Fanatismus ein starker Antrieb zuden allerglänzendsten Thaten sein können. Die Griechen und Römer, inder Gefahr durch die Hoffnung auf Beute oder auf öffentliche Ehren-bezeugungen, die Türken durch die Hoffnung auf Raub und durch Fana-tismus, die Tataren und die amerikanischen Flibustier nur von der Hoff-nung auf Raub beseelt, haben Thaten von ungewöhnlicher Tapferkeitund unglaublichem Heroismus vollbracht.

Hinsichtlich des religiösen Fanatismus sagt Lloyd, dass die muha-medanische Religion besonders zur Erregung des Fanatismus und derkriegerischen Thätigkeit geeignet ist, nämlich dadurch, dass sie denLeuten Belohnungen in Sicht stellt, welche ihrer Natur und Neigung ent-sprechen und den Sitten und Gebräuchen der Bewohner desjenigenKlimas, wo sie sich angesiedelt haben, angepasst sind. Die Verbreitungder christlichen Lehre, ähnlich der muhamedanischen, durch Waffenge-walt ist nicht ihrem wahren Geiste, welcher ein Geist der Demuth unddes Friedens ist, angemessen. Dennoch hat der Ehrgeiz der Geistlich-keit [im westlichen Europa) in den Religionskriegen die Erde mit Blutgetränkt.

§. 129.

Lloyd*s Denkschrift. Theil m: Ueber die Verbindung zwischen den

verschiedenen Regierungsformen und den Kriegsoperationen und

überhaupt zwischen der Politik und dem Kriege.

Da alle neuem europäischen Armeen auf gleiche Weise organisirtsind und verwaltet werden, so muss man annehmen, dass der Vor-zug schliesslich demjenigen Staate bleiben muss, der bessere Truppenund bessere Feldherren hat. Aber die Kriegsgeschichte aller Zeiten undVölker liefert den Beweis, dass einige grosse, scheinbar sehr mächtigeStaaten ziemlich leicht besiegt worden sind, während andere kleinere,scheinbar schwache und unbedeutende Staaten sich bis zum Unglaub-lichen und oft erfolgreich vertheidigt haben. Wenn man die langwierigenund unfruchtbaren Kriege der Perser gegen Griechenland, die KriegeAlexander des Grossen in Asien, der Römer gegen Karthago, der Ta-taren (Mongolen) in China und andern Theilen Asiens, endlich die Kriegeder Araber in Asien und Europa prüft, kann man leicht den grossenUnterschied bezüglich der Dauer, der Erfolge und Folgen dieser Kriegesehen und daraus folgern, dass der Unterschied der Regierungsformendarauf einen grössern Einfluss ausübte. als die Art und Eigenschaften

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