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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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298 III. Kriege in der zweiten Hälfte des IS. Jahrhunderts.

rücken können ohne uns die Möglichkeit zu gewähren, in das Innere seineseigenen Landes einzudringen und ihn selbst der Verpflegungsmittel zuberauben. EinFluss, sogar ein unschiffbarer, kann immer für die Kriegs-operationen von Nutzen sein, besonders wenn er parallel den Grenzendes feindlichen Landes fliesst und die in dasselbe führenden Hauptstrassendurchschneidet. Wenn man am Flusse operirt, muss man bemüht sein,beide Ufer zu besitzen, sonst wird es wenig nützen, es sei denn nur umsich hinter demselben aufzustellen. Wenn wir eine Festung an einemschiffbaren Flusse haben, so genügt eine Handvoll Truppen, um einestarke feindliche Armee in grosse Verlegenheit zu setzen.

Von allen Kriegsoperationen werden Uebergänge über Flüsse alsdie schwierigsten und gefährlichsten erachtet, gelingen aber immer, wenndie Vertheidiger nicht hinlänglich den Lauf des Flusses kennen und nichtwachsam und thätig genug sind. In der That, wenn der Feind uns auchnicht schaden kann. wenn wir unter dem Schutze des Feuers unsererArtillerie eine Brücke schlagen, so kann er sich doch so aufstellen, dasser uns daran hindert einen hinlänglichen Platz zur Truppenaufstellungeinzunehmen. und dass er ohne sich unserm Feuer auszusetzen, iu denStand gesetzt ist, unsere Truppen in der Reihenfolge ihres Uebergangesin Theilen anzugreifen. Wenn wir die Ufer eines Flusses vertheidigen,so müssen wir, je nach der Beschaffenheit desselben, unsere Armee inzwei Theile oder in mehrere starke Corps theilen, die so aufgestellt sind,dass sie die Möglichkeit haben zu entdecken, wo der Feind über denFluss zu gehen beabsichtigt, und müssen hinlänglich stark sein, um ihndaran zu verhindern, irgend einen Theil des Flussufers, der für die Auf-stellung seiner Truppen günstig ist, einzunehmen ; sonst hätten wir garkeinen Nutzen ihn anzugreifen.

Die Kenntniss aller sich auf die Oertlichkeit des Landes beziehendenEinzelheiten, geschickt von einem besonders begabten Menschen mitNutzen angewandt, setzt eine kleine Armee in den Stand, einer bedeu-tend stärkern mit Erfolg zu widerstehen.

Vor der Armee muss man unbedingt Truppendetachements bereithaben zur Besetzung aller Höhen und Berge ohne Ausnahme, sowie um diefür den Marsch der Reiterei und Artillerie oder wenigstens der Infanterie ge-eigneten Wege ausfindig zu machen und zur Beobachtung des Feindes, sodass er selbst uns nicht beobachten kann. Nachdem auf diese Weise dieHöhen und Berge besetzt sind, muss die Hauptmacht immer hinter dieseaufgestellt werden, so dass der Feind immer in Allem, was uns betrifft,im Unklaren bleibe, was im Kriege von grosser Wichtigkeit ist. Manmuss sich auch nicht in der Nähe eines Waldes aufstellen, ohne diesenganz mit Truppen besetzt zu haben. Im Allgemeinen kann man es alsunbedingte und beständige Regel annehmen, dass^sich Armeen niemals