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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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294 III. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

lieutenant befördert gab man ihm den wichtigen Auftrag mit den leichtenTruppen beständig Friedrich IL zu beobachten. Ungerechtigkeitenund Unannehmlichkeiten zwangen ihn den österreichischen Dienst zuverlassen. Der Herzog Ferdinand von Braunschweig nahm ihn alsGeneral-Adjutanten zu sich, und in dieser Eigenschaft betheiligte sichLloyd an den letzten beiden Feldzügen des siebenjährigen Krieges inWestfalen. Nach dem Friedenschlusse erhielt Lloyd von mehreren Re-gierungen die Aufforderung in ihre Dienste zu treten, aber er gab Russ-land den Vorzug, in dessen Dienste er als General-Major eintrat. Ererfreute sich der besonderen Gnade und des Wohlwollens der KaiserinKatharina IL und zeichnete sich wiederholt aus, besonders bei Silistria imersten Türkenkriege, den er in der Armee des Grafen Rumjanzow mit-machte. Nach dem Friedensschluss mit den Türken, beabsichtigte dieKaiserin Katharina ihm den Oberbefehl über eine 30,000 Mann starkerussische Armee, die zu Operationen gegen die Schweden bestimmt war,anzuvertrauen; aber der zwischen Russland und Schweden geschlosseneFrieden versetzte Lloyd in Unthätigkeit und bald darauf verliess er, über-drüssig des ihm nicht zusagenden Hof lebens, den russischen Dienst, Hesssich in der grössten Einsamkeit an den Ufern der Maas, in Huy (im Bis-thum Lüttich) nieder und widmete sich bis zu seinem im Jahre 1783 er-folgten Tode wissenschaftlichen Beschäftigungen.

Die militärischen Schriften Lloyd's sind: 1) Die Geschichte desKrieges in Deutschland zwischen dem Könige von Preussen und derKaiserin von Deutschland mit ihren Verbündeten, in den Jahren 1756 bis1757. 2) Ueber den Bestand verschiedener alter Armeen. 3) Geheimesund sehr umständliches Memoire über die Mittel zur Bewerkstelligungund Verhinderung der Truppenausschiffung an die Ufer Englands undzum Angriffe dieses Landes. 4) Militärische und politische Denk-schrift.

§. 124.

Militärische und politische Denkschrift Lloyd's. Allgemeiner Begriffüber diese, Inhalt und Eintheilung derselben.

Die militärischen und politischen Memoiren sind von Lloyd gegen1780, drei Jahre vor seinem Tode, zusammengestellt, und können daherals erschöpfender Ausdruck seiner Ansichten über die Kriegskunst er-achtet werden. Dieses Werk ist in vieler Hinsicht sehr bemerkens-werth, besonders aber dadurch, dass Lloyd in demselben den Grundzur Theorie oder Wissenschaft der Kriegführung gelegt hat.

Die Eintheilung und der Inhalt dieses Werkes ist wie folgt: 1) Ein-