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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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292 III- Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

können, weniger entschieden. Da zudem die Kunst, durch Erwägungenund Operationen, die ausserhalb des Kreises der taktischen Erwägungenund Operationen lagen, den Schlachten noch entschiedenere Folgen zuverschaffen, noch nicht bekannt war, so wurden die »Schlachten nur mitdem alleinigen taktischen Zwecke geliefert, den Feind zu besiegenoder ihm Verluste beizubringen. Daher nehmen denn auch bei dem all-gemeinen Streben, die Kunst der Kriegführung bestimmten, beständigenKegeln unterzuordnen, die Kriege am Ende des 17. und während dergrösseren Hälfte des 18. Jahrhunderts denjenigen Charakter der Lang-samkeit, der Unentschlossenheit und des Methodismus an, welcher obenbeschrieben worden ist.

Auf diese Weise war der Kampf und Alles was sieh auf denselbenbezog im Alterthum von höchster Wichtigkeit, in der Neuzeit aber amEnde des 17. und am Anfange des 18. Jahrhunderts unwichtig, unddie Festungen und Niederlagen, die Communicationen der Armeenmit ihnen und Alles was auf den Schutz der eigenen Communicationenund auf die Operationen gegen die feindlichen Bezug hatte, waren ent-weder weniger wichtig oder ganz unwichtig oder unbedeutend im Alter-thum, dagegen in der Neuzeit von höchster Wichtigkeit. Dieserwesentliche Unterschied in der Kunst der Kriegführung spiegelte sichauch in der Kriegsliteratur des Alterthums und der Neuzeit ab. DieKriegsschriftsteller des Alterthums erforschten die Operationen und be-schrieben hauptsächlich taktische oder auf den Kampf bezügliche Regeln;aber alle Operationen, die ausserhalb des Kreises der taktischen Opera-tionen lagen, schrieben sie entweder dem Genie des Feldherrn zu, dasgar keinen Kegeln, keiner Theorie unterlag, oder schlössen sie in dieZahl der Kriegsstrategie oder List ein: oft begriffen sie weder ihrenZweck noch ihre Wichtigkeit, und jedenfalls hielten sie sie nicht für hin-reichend wichtig, um aus ihnen eine besondere Wissenschaft über dieKriegführung zu bilden. Daher existirten in der alten Kriegsliteraturausser der Kriegsgeschichte die Taktik, oder die Wissenschaft über dieAufstellung und Operation der Truppen im Kampfe, und die Poliorketik,oder die Lehre von der Befestigung, Belagerung und Vertheidigung derStädte; eine besondere allgemeine Wissenschaft über die Kriegführungjedoch gab es nicht.

In der Neuzeit andrerseits, seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhundertsbrachte die entwickeltere und allgemein gewordene Art und Weise derKriegführung Alle zu der Ueberzeugung, dass die Taktik und der Kampfihre frühere hohe Bedeutung verloren hätten, dass ausser den Erwägungenund taktischen Operationen viele andere, nicht unter diese letzteren ge-hörige , neue Gegenstände zu Combinationen, neue Mittel dem FeindeSchaden zuzufügen, ohne zum Kampfe oder zu taktischen Operationen