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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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272 ni. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

3) Ueber Flussübergänge, über Vertheidigung von Flüssen, überplötzliche Ueberfälle von Festungen, über Kampf und Schlachten in un-vorhergesehenen Fällen, Evolutionen, Winterquartiere und Operationen.Betreffs dieser Gegenstände verdient besondere Beachtung dasjenige,was Friedrich über den Kampf und die Schlachten sagt.

§.114.Der Kampf und die Schlacht.

Indem Friedrich im Allgemeinen über den Kampf und im Einzelnenüber grosse Schlachten spricht, erwägt er die verschiedenen Zwecke undAussichten eines Kampfes, als : plötzliches Ueberfallen eines Lagers, diedabei zu beachtenden Vorsichtsmaßregeln, die Attake befestigter Po-sitionen oder Lager, Vertheidigung, die Ursachen, weshalb Befestigun-gen oder befestigte Linien leicht mit Gewalt genommen werden können(er war ein Gegner aller defensiven Massregeln, Befestigungen undOperationen und sagte, dass er nie seine Armee in Befestigungen stellenwerde; später war das Lager von Bunzelwitz die einzige Ausnahme da-von, aber dieses aus obenangeführten Gründen). Weiter spricht er davon,auf welche Weise man den Feind sogar mit ungleichen, geringeren Streit-kräften schlagen könne; über jegliche Vermeidung von Operationenin einer zerklüfteten und verdeckten Gegend und der Postenkriege;über die Attake der Truppen zwischen zwei Dörfern; über Unzu-verlässigkeit der Vertheidigungskraft des befestigten Postens; darüber,dass die Schlachten durch kühnen, in guter Ordnung ausgeführten An-griff auf den Feind und allmälige Terraingewinnung gewonnen werden:über Schlachten auf ebenem und offenem Terrain; über ununterbrochenesVorrücken der Infanterie im Schnellschritt unter Feuern, aber nicht mitVerschwendung, über das Durchbrechen der feindlichen Linien durch dieInfanterie und über den darauf folgenden Angriff derselben mit ganzen Ba-taillonen. Er hielt nicht an der Aufstellung der Reiterei an den Flankenfest, sondern giebt ein Beispiel vermischter Schlachtordnung aller dreiTruppengattungen. Die Artillerie und Infanterie müssen den Kampfer-öffnen, die Reiterei aber durchaus immer angreifen, nicht aber ange-griffen werden (»die Preussen sollen allemal den Feind attakiren«, sagtFriedrich). Alle Truppengattungen sollen überhaupt ununterbrochen, trotzdes Verlustes, kämpfend vorrücken. Die wichtigsten Evolutionen sind:Marsch und Schwenkung in Zügen und in deployirten Linien, und beider Reiterei Attaken in geschlossenen Linien [en murqüle). Nach ge-wonnener Schlacht räth er, den Feind nach Möglichkeit stark zu ver-folgen (selbst jedoch konnte er den Umständen gemäss niemals den