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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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270 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

ner wäre. Er räth, in äussersten Fällen, wo die Kräfte allein nicht aus-reichen, zur List die Zuflucht zu nehmen, er sagt, dass es Fälle gähe, indenen es vorteilhaft sei, schwächer, als man in der That ist, zu scheinen,um den Feind dadurch zu zwingen, dieses zu benutzen; er räth, denFeind hinsichtlich des Zweckes irre zu leiten, so dass er das Entgegen-gesetzte vermuthen müsse, und erkennt als Hauptbedingung dazu das Zu-vorkommen und die Initiative an. Hinsichtlich der Kriegslist im All-gemeinen hat er eine Aehnlichkeit mit Hannibal und viele seiner eigenenKriegsoperationen sind in dieser Hinsicht sehr bemerkenswerth.

Im Zusammenhange damit bebt er besonders die Verwendung derKundschafter hervor, ferner Merkmale, welche die Möglichkeit gewähren,die Absichten des Gegners, gegen den lange Krieg geführt wird, zu er-kennen (wie z. B. besondere Eigenheiten, Gebräuche und Gewohnheitendesselben im Kriege, auf dem Marsche, im Lager u. s. w.), schliesslichKarten und Kecognoscirungen des Landes, das Ausfragen der Bewohnerdesselben u. s. w., mit einem Worte Alles, was vollständige und richtigeNachrichten über den Feind und das Land, in welchem Krieg geführtwird, geben kann.

§. 113.

lieber den Krieg in verschiedenen Gegenden, über die Märsehe derArmee, deren Verpflegung und über verschiedene Kriegsoperationen.

Weiter spricht Friedrich über den Krieg im eigenen Lande, im neu-tralen und im feindlichen Lande, weist auf Massregeln und Mittel zurBewahrung der eigenen Sicherheit, zur Erreichung der Gewogenheit unddes Zutrauens der Bewohner u. s. w. hin.

Ein besonderer Artikel der Instruction ist den Märschen der Armeegewidmet, die bei seiner Art und Weise der Kriegführung so wichtig sind,und deshalb entsprachen die Marschregeln ganz dem Geiste seiner Krieg-führung der beständigen Thätigkeit, Bewegung, Operationen, Zuvor-kommen, Initiative, Angriffe und Attake. Daher räth er auch, dieMärsche so zu bewerkstelligen, wie er es that, mit grösserer oder gerin-gerer Kraftanwendung, um dem Feinde zuvorzukommen, ihn zu um-gehen, ihn von seinen Communicationen abzuschneiden, anzugreifen, zuschlagen und sogar zu vernichten, im Allgemeinen sich viel zu bewegen undoft zu kämpfen (allgemeine Regeln der besten Feldherren insgesammt),nie Attaken in der Fronte zu machen, sondern immer in der Flanke,seine Streitkräfte zusammenzuhalten, im Nothwendigkeitsfalle aber siezu theilen, jedoch so, dass sie sich leicht und schnell wieder vereinigenkönnen. Die Märsche der Armee räth er in einigen Colonnen. nicht