268 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Glieder in der allgemeinen Kette der Märsche und Operationen, wieSchritte oder Etappen zur Schlacht und zu den Siegen, und iu diesemSinne legte er grosses Gewicht auf die Massregeln, die bei ihrer Wahlzu beobachten waren. Die Regeln über die Lager nannte er den Kate-chismus der Officiere und im Jahre 1777 verfasste er eine allgemeine,sehr bemerkenswerthe Instruction über die Lagerkunst und Taktik(Grundsätze der Lagerkunst und Taktik). Die Lager rieth er, ent-sprechend dem Geiste seiner Kriegführung, dem Feinde möglichst naheaufzuschlagen, so dass sie offensiv und nicht defensiv wären. Aberdabei ist zu bemerken, dass der Lager-Vorpostendienst in seiner Armeenicht ganz befriedigend ausgeübt wurde.
Einen Positionskrieg hat er nie geführt und die Positionen waren fürihn nur Orte zeitweiliger Aufstellung und Erholung oder vorhergehenderAufstellung zum Angriffskampfe. Aber er wählte nie sogenannte starkePositionen zur passiven Vertheidigung auf diesen. Das befestigte Lagerbei Bunzelwitz war durchaus nicht eine solche Position und war von ihmgar nicht zu passiver Vertheidigung gewählt und aufgeschlagen, sondernzu dem Zweck, dass die Verbündeten, ihren Begriffen nach, es nichtwagen sollten, die preussische Armee in demselben anzugreifen, was auchstattfand.
Hinsichtlich der Theilung der Streitkräfte, Dctachements, Operatio-nen auf Communicationen, Demonstrationen ü. s. w. sagt Friedrich:»Wenn ihr euere Streitkräfte zersplittert, so werdet ihr in Theilengeschlagen werden, wenn ihr aber eine Schlacht liefern wollt, sozieht möglichst viele Truppen zusammen: dieses ist eine richtige Regel,und wer sie ausser Acht Hess, hatte stets Grund, sich darüber zu be-klagen.« Das Dctachiren nennt er ein sehr wichtiges und delicates Ma-növer und lässt es nur aus besonders wichtigen Gründen zur rechten Zeitund wenn es gerade passt, zu, indem er dabei auf verschiedene Er-wägungen betreffs der Truppenzahl, hinsichtlich der Verpflegungsart, desOperationscharakters, des offensiven oder defensiven, der Umstände, desZweckes (hauptsächlich zur Sichcrstellung der Magazine und Militär-effecten-Niederlagen) u. s. w. hinweist. Aber Detachements, die vorherzum Angriffe des Feindes im Rücken während des Kampfes gesandtworden, weist er entschieden zurück. In der Schlacht bei Prag jedochund in anderen Fällen seiner eigenen Operationen, besonders bei der Ab-sendung Fink's nach Maxen, sind Abweichungen von diesen Regelnsichtbar; aber dafür lagen den Umständen nach besondere Gründe vor.Hinsichtlich der Theilung der Streitkräfte im Allgemeinen, sagt er:Kleine Geister wollen Alles bewahren, aber vernünftige Menschen sehennur auf die Hauptsache, sind bemüht, grosse Schläge abzuwenden underleiden kleinen Schaden, um einem grösseren auszuweichen. Wer Alles