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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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8. Friedrich II., König von Preussen, von der Thronbesteigung bis zum Tode. 267

über Magazinerrichtungen, Transporte, Deckung derselben u. s. w. Aberdaraus muss man nicht folgern, dass Friedrich in seinen Kriegen das Sy-stem der Truppenverpflegung aus Magazinen allein anwandte. Bei seinenhäufigen und schnellen Märschen aus Schlesien nach Sachsen und zurOder und zurück, konnte er sich nicht auf dieses System allein beschrän-ken, sondern war gezwungen, seine Truppen theils mit Vorräthen, welchedie Leute mit sich trugen oder nach sich führten (Mahlvorräthe), zu ver-pflegen ; Fourage aber und lebendes Vieh wurden ordnungsmässig indem Lande, welches die Truppen passirten. requirirt. Folglich wurdeschon von Friedrich bei besonderen schnellen Märschen die Requisitions-art der Truppenverpflegung angewandt, wenn auch nicht im ganzen Um-fange, so doch theilweise. Ueberhaupt ist zu bemerken, dass Mangel anvorher aufgespeicherten Proviantvorräthen (diese beständige Ursacheund Rechtfertigung der Langsamkeit in den Operationen und sogar derUnthätigkeit der Armeen am Ende des 17. Jahrhunderts) Friedrich nie-mals zurückhalten konnte und ihn in der That auch nie von den vonihm beschlossenen nothwendigen Märschen und Operationen zurück-gehalten hat. Uebrigens, da das Requisitionssystem bequemer ist fürbedeutend überlegene Streitkräfte, Friedrich aber stets weniger Truppenhatte, als seine Gegner, so fand er darin, den Letzteren die Truppenver-pflegung zu erschweren, sich diese aber zu erleichtern. Grund genug zumAngriffe und zu Attaken. Jedenfalls ist die Fürsorge Friedrich's hin-sichtlich der beständig gleichmässigen und hinlänglichen Verpflegungseiner Truppen (das was Napoleon I. /« partie terreslre de L'arl nennt)höchst bemerkenswerth, obgleich die Einzelheiten der von ihm an-gewandten Art der Truppenverpflegung (besonders in den Jahren 1757und 1760) nicht hinlänglich bekannt sind.

§.111.

Kenntniss des Landes, Ortskunde, militärische Uebersieht, Ver-theilung der Truppen, Lage, Positionen und Detaehements.

Nach der Truppenverpflegung spricht Friedrich in seiner Instructionvon der Nothwendigkeit einer genauen Kenntniss des Landes und derOertlichkeit, von militärischer Uebersieht über diese und der entsprechen-den Truppenvertheilung, mit einem Worte von dem Einflüsse der Oert-lichkeit auf die Kriegscombinationen und Operationen. Hinsichtlichder Truppenvertheilung entsprechend der Oertlichkeit, räth er unterAnderem, in ebenen und offenen Gegenden eine Reiter- und in zerklüfteteneine Infanterie-Reserve hinter der Armee zu haben.

Lager "und Positionen waren in seinen Augen nichts Anderes als