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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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262 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Absichten und Vorbereitungen so geheim zu halten und die Absichtenund Vorbereitungen der Gegner andererseits rechtzeitig und in demGrade zu erforschen, dass sein Marsch nach Schlesien für Oesterreichund ganz Europa ganz unerwartet kam und alle Vortheile eines Zuvor-kommens bot. Ebenso war es am Anfange des zweiten schlesischenund des siebenjährigen Krieges. Hier ist noch hinzuzufügen, dass ersein Geheimniss Oesterreich im Jahre 1740 mit einem Offensivkriegeund einem Marsch nach Schlesien zuvorzukommen, erst im Novemberseinen höheren Generälen, an deren Spitze der Feldmarschall FürstLeopold von Anhalt-Dessau stand, mittheilte. Gebildet unter alten Ueber-lieferungen der Politik und des Krieges, konnten sie den neuen GedankenFriedrich's gar nicht begreifen, theilten denselben nicht, widersetztensich und riethen, von demselben abzustehen. Aber Friedrich theilte ihnendenselben nicht mit, um bei ihnen Rath zu holen, sondern zur Ausführung,und auf Grundlage dieser Regel befahl er von dieser Zeit an stets: nichtraisonniren, sondern executiren nur was befohlen worden (wie es inseiner Instruction an die Generäle heisst, s. S. 265) weiter nichts.

So zeigte er sich als Feldherr, sogleich am Anfange seines erstenKrieges, so verblieb er in dieser Hinsicht auch bis zu seinem Ende.Wir fragen: konnte er vor seinem ersten Kriege dieses erlernt haben. Allegrossen Feldherren vor ihm erlernten dies aus ihren vorhergegangenenKriegen: Alexander der Grosse am Ister (Donau) und in Griechenland,Hannibal in Spanien, Caesar in Gallien, Gustav Adolph in Dänemark,Russland und Polen, Turenne in den Niederlanden, am Rhein und inFrankreich, Prinz Eugen in Ungarn, Piemont und Savoyen. Friedrichaber hatte bis dahin keinen Krieg geführt, und in dem unbedeutendenFeldzuge des Jahres 1734 in Deutschland, am Rhein, bei der Be-lagerung von Pbilippsburg, sogar beim Prinzen Eugen konnte er nichtslernen. Nun, er schöpfte dies aus seinen natürlichen Anlagen, seinemVerstände und seiner Willenskraft und aus seinen fünfjährigen ernst-lichen Beschäftigungen in Rheinsberg, die mit tiefen Betrachtungenverbunden waren. Und die weitere Erfahrung in seinem ersten undden folgenden Kriege ergänzte mit, jedem Tage mehr und mehr und ver-vollkommnete dasjenige, was aus diesen Quellen hervorging. Man kannsagen, dass in dieser Hinsicht die schlesischen Kriege, besonders dererste für ihn selbst, für seine Generäle; Officiere und Truppen unterseiner persönlichen Leitung, eine ausgezeichnete praktische Anfangs-schule des Krieges waren, aus welcher sie, sozusagen,, vom Kopf biszu Fuss bewaffnet hervorgingen und von Anfang an die Aufmerksamkeitvon ganz Europa auf sich lenkten.

Als Beweis dafür, dass der Grund und die Ursache des Krieges,durch den er seinen Gegnern in den Jahren 1740, 1744 und 1756 zuvor-