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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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260 m. Kriege in der zweiten Hälfte des 1 8. Jahrhunderts.

Feldherrentalente mit der unabhängigen, selbständigen unbeschränktenMacht eines selbstherrschenden Monarchen und Oberfeldherrn derKriegsmacht seines Staates bietet. Wenngleich unter den grossen Feld-herren der Weltgeschichte Gustav Adolph in der Neuzeit in sich die Machteines Monarchen und Feldherrn vereinigte, so war er dennoch weder nachder Regierungsform Schwedens, noch seinen eigenen Grundsätzen nach,ein selbstherrschender Monarch (s. seine Biographie in dem Anhangezum II. Thl. der vorliegenden Allg. Kriegsgesch. der Neuzeit). Im Alter-tlnun repräsentirt vollständig nur Alexander der Grosse, ähnlich wie Fried-rich, eine solche Vereinigung der unumschränkten Macht eines Monar-chen und Feldherrn, und zum Theil auch Julius Caesar, in der zweitenHälfte seiner Feldzüge bis zu seinem Tode, obgleich er nur unumschränk-ter Dictator, aber nicht Monarch war (s. über Alexander d. Gr. im I. Tbl.und über Caesar im IV. Thl. der Allg. Kriegsgesch. des Alterthums).Die übrigen grossen Feldherren aber Hannibal, Turenne und PrinzEugen von Savoyen waren in ihrer Macht beschränkt und von frem-dem Willen abhängig.

Friedrich, der somit bei derartiger Vereinigung der unumschränk-ten Macht eines Monarchen und Feldherrn Aehnlichkeit mit Alexanderdem Grossen hatte, zeigte eine solche auch in der ungewöhnlichen Frei-heit und Kraft seiner Handlungsweise nach eigener Eingabe, in der Grösseund Uneigennützigkeit der Staatszwecke und Unternehmungen, und inungewöhnlicher geistiger und seelischer Begabung, die zu ihrer Aus-führung nöthig waren. Aehnlich wie Alexander der Grosse die Eroberungder persischen Monarchie beabsichtigte, nicht nur, um seinen persön-lichen Ehrgeiz zu befriedigen, sondern um zum Wohle Macedoniens undGriechenlands die alte grosse griechische Idee zu erfüllen, und dieses,Dank seiner genialen Begabung und der Sympathie Macedoniens undGriechenlands mit vollem Erfolge ausführte, ebenso hatte Friedrich inseinen Kriegen, den beiden schlesischen und dem siebenjährigen, nur dasWohl Preussens im Auge und nicht den Zweck persönlichen Ehrgeizes,sondern er vergrösserte und erhöhte Preussen und bedeckte es mit Ruhmdurch seine geniale Begabung und durch die vollständige Sympathie undMitwirkung seines Volkes.

Er war kein selbstherrlicher Eroberer, wie Karl der Grosse, Karl V.oder Ludwig XIV., sondern führte seine Kriege aus Notwendigkeit undnicht aus Leidenschaft oder aus Ehrgeiz. Aus der oben geschilderten Be-schreibung seines Lebens vor und nach seiner Thronbesteigung konnteman ersehen, dass er von seinem 7. Jahre an eine militärische Erziehungund Bildung erhielt, aber eine einseitige (Frontebildung), die ihm nicht imGeringsten zusagte und zur Heranbildung zu einem zukünftigen grossenFeldherrn durchaus nicht geeignet war. Seine persönlichen Neigungen