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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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258 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

verminderte und Viele Freidenker wurden, dieses weniger das Uebelder Zeit war, als die Versuche der ketzerischen Lehren bei seinemNachfolger, und dasjenige, was man die Freidenkerei Friedrich's nannte,war weiter nichts als dass er im geistigen Sinne über den engen Be-griffen seiner Zeit stand. Bei seiner gänzlichen Unkenntniss mit dergeistigen Bildung in Deutschland, achtete er diese gering und that per-sönlich nichts zu ihrer Vervollkommnung. Unterdessen ist zu bemerken,dass die deutsche Literatur zu der Zeit, als sich Friedrich die französischeBildung aneignete, sich in traurigem Zustande befand und Friedrich wederan ihrer damaligen Armuth, noch an den leblosen und trockenen Formender damaligen deutschen Wissenschaft Gefallen finden konnte. Als aber einneuer, besserer Geist sie belebte, war der vielbeschäftigte Friedrich schonzu sehr an den von ihm gewählten Beschäftigungskreis gewöhnt, um fürdie neue Richtung der deutschen Wissenschaft und Literatur empfäng-lich zu sein. Die eigenen Schriften Friedrich's, hauptsächlich geschicht-lichen , staatlichen, politischen Inhalts, militärwissenschaftliche, philo-sophische und literarische, sowie Gedichte und vermischte Schriften,wurden gesammelt und herausgegeben in den »Oeuvres posthumes deFrederic II. etc.« (Berlin 1788, 15 Tide.), im »Supplement aux oeuvresposthumes de Fiederic le Grand« (Berlin, 5 Tide.) und in den »Oeuvresde Frederic IL pnbliees du vivant de l'auteur« (Berlin 1789, 4 Thle.j, kri-tisch herausgegeben in Amsterdam in den Jahren 17891790. Sein»Antiinacchiavelli« (herausgegeben zum ersten Male im Haag, im Jahre1740) bezeugt, wie er sich vorbereitet hatte, Herrscher zu sein. Ein kost-barer Spiegel für die Herrscher ist seine Abhandlung über die verschie-denen Regierungsformen und über die Pflichten der Herrscher, von ihmnach 40jähriger Regierung abgefasst. Aber sagen einige deutscheSchriftsteller die Regierung Friedrich's selbst war eine persönliche,unumschränkte und die Folgen derselben äusserten sich am ungünstig-sten in der Civilverwaltung, die mehr und mehr maschinenartig wurde;Friedrich, nur sich selbst genügend, hatte keinen Reichsrath nöthigund kannte auch keinen; die Stärke des Staates erblickte er nur inder Armee und in der Staatskasse, daher konnte denn auch die Scheide-wand , die den Militärstand vom Civilstande trennte, nirgends so starksein wie in Preussen. Hinsichtlich der deutschen Wissenschaft undLiteratur könnte man fragen sagen dieselben Schriftsteller, ohes wohl nicht ein grösseres Glück war. dass Friedrich ihnen keinebesondere Aufmerksamkeit schenkte, sondern sie sich selbst und demVolke überliess ? Er erfasste nicht den Geist der Sprache seines Volkesund daher kann es ihm vielleicht zum Lobe gereichen, dass er sichweder für verpflichtet noch für berufen erachtete, dessen Leiter zusein. Aber um so mehr muss anerkannt werden, dass er ein durchaus