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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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6. Friedrich II., König von Preussen, von der Thronbesteigung bis zum Tode. 253

Frieden von Teschen endete und der letzte im Leben und während derRegierung Friedrich's IL (damals schon ein Greis von 67 Jahren) war.Er entsagte den Entschädigungen für Militärausgaben und erwarb stattdessen die fränkischen Besitzungen der Hohenzollern für Preussen. Imfolgenden Jahre 1780 erbte Friedrich nach Aussterben des Hauses derGrafenMansfeld denjenigen Theil der Grafschaft Mansfeld, der früher zudem Gebiete des Erzstifts Magdeburg gehört hatte. Fünf Jahre später,den "23. Juli 1785, schloss Friedrich den sogenannten deutschen Fürsten-bund mit Sachsen und Hannover zum Zwecke der Beobachtung und desSchutzes der Keichsverfassung, entsprechend dem Westfälischen und denspätem Friedensverträgen nebst den Reichs-Wahlcapitulationen und denübrigen Reichsgesetzen. In einem besonderen geheimen Artikel des Ver-trages waren Massregeln gegen den früher von Oesterreich beabsichtigtenAustausch der Niederlande gegen Baiern aufgenommen. Im Laufe einigerWochen nach Abschluss dieser Tripelallianz in Berlin traten derselbennoch bei: die Kurfürsten von Mainz und Trier, der Landgraf von Hessen-Kassel, die Markgrafen von Anspach und Baden, die Herzöge von Zwei-brücken, Braunschweig, Mecklenburg, Weimar und Gotha und der Fürstvon Anhalt-Dessau.

§. 106.Friedrich's Krankheit und Tod.

Dies war die letzte politische Thätigkeit des 73jährigen Friedrich.Sein Leben neigte sich schnell dem Ende zu. Oben ist schon erwähntworden, dass er von seiner frühesten Kindheit an von schwächlichemKörperbau war, dass aber im Knaben- und Jünglingsalter seine Kräftedurch körperliche Uebungen zunahmen, und im reifen Alter stählten dieKriege und Feldzüge seinen Körper in dem Grade, dass er mit Leichtig-keit alle Beschwerden des Kriegslebens und das schlechteste Wetter inallen Jahreszeiten ertrug. Aber da begann er auch an Hämorrhoidal-und Podagra-Anfällen zu leiden. Im Alter verstärkten sich diese Krank-heiten und zu ihnen gesellten sich noch Wassersucht und Handgicht.Er fühlte es, wie mit jedem Tage seine Körperkräfte schwächer wurdenund abnahmen. Bisweilen waren die Krankheitsanfälle so stark, dassman sie für tödtlich hielt. Trotz alledem stellte Friedrich seine Staats-und Privatgeschäfte nicht ein, und kaum waren die Anfälle leichter, sonahm er von Neuem seine Lieblingsspeisen und -Getränke, zu sich, wo-durch sich die Anfälle mit grösserer Heftigkeit erneuerten. Er verliessselten sein Kloster, wie er es nannte (das im Jahre 1746 bei Potsdam er-baute Schloss Sanssouci); wenn er herauskam oder ausfuhr, wurde er