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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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7. Der siebenjährige Krieg. 245

§. 101.

Die Operationen des Prinzen Heinrieb in Sachsen. Die Sehlacht

bei Freiberg.

Am Anfange des Feldzuges nahm die 45,000 Mann starke ArmeeSerbelloni's sehr ausgedehnte Quartiere vom Plauen sehen Grunde überDippoldiswalde und Freiberg bis Chemnitz ein. indem sie diese durcheine Postenkette längs der Mulde sicher gestellt hatte. Prinz Heinrich,der es wusste, dass die Reichsarmee aus Franken zur Vereinigung mitder Armee Serbelloni's heranrücken sollte. benutzte diese Quartierauf-stellung , beliess den General Hülsen bei Meissen und durchbrach selbstin der ersten Hälfte des Mai bei Döbeln die ausgedehnte Linie der Oester-reicher, drängte das DetachementMakir's von Freiberg nach Dresden zu-rück und rnarschirte nach Pretschdorf in der Nähe von Dippoldiswalde.Graf Stolberg, der die 20,000 Mann starke Reichsarniee befehligte unddiese schon bei Chemnitz gesammelt hatte, verstärkte die Oesterreichernicht, sondern zog sich eiligst (16. Mai) nach Zwickau zurück. EinigeDetachements, deren Streitkräfte 9000 Mann nicht überstiegen und nacliund nach vom Prinzen Heinrich gegen die Reichsarmee abgesendet wurden,zwangen nicht nur diese Armee sich nach Baireuth zurückzuziehen, son-dern drangen auch wiederholt nach Böhmen ein und erhoben dort bedeu-tende Contributionen. Das Wiener Cabinet, unzufrieden mit dem Feld-marschall Serbelloni, bestimmte an seine Stelle Haddik. Der Letzterezog die Reichsarmee zu sich heran, umging in der ersten Hälfte des Octo-bers mit einem Truppentheile den rechten Flügel des Prinzen Heinrich,griff denselben bei Freiberg an und zwang ihn, sich nach Reichenbachzurückzuziehen. Die Reichsarmee, verstärkt durch österreichischeTruppen, stellte sich (in der Zahl von 49 Bataillonen und 68 Escadronen)bei Freiberg in ziemlich ausgedehnter Position, die Mulde im Rücken,auf. Prinz Heinrich wartete die Ankunft des von Friedrich nach der Er-oberung von Schweidnitz nach Sachsen gesandten Corps Wieda's nichtab, da er wusste, däss Dann zur Verstärkung der Oesterreicher eben-falls ein Truppencorps, stärker als das Corps Wieda's, nach Sachsen ent-sandt hatte, sondern griff (am 29. October) die Reichsarmee bei Freibergan mit 29 Bataillonen und 60 Escadronen, in vier abgesonderten Colonnenaufgestellt, jedeaus allen drei Truppengattungen zusammengesetzt, durch-brach die Reichsarmee im Centrum und warf sie mit Verlust hinter dieMulde zurück, von wo sie sich nach Pirna zurückzog. Anfang Novembersandte Prinz Heinrich das Corps Kleist's nach Böhmen und sogar nachFranken. Die Folge aller dieser Operationen, besonders aber des Siegesbei Freiberg, war die Besetzung von ganz Sachsen durch die Preussen,