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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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2 30 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

die Lage desselben immer schwieriger wurde. Das Corps Eumjanzow's,das schon im Juni in Pollnow eingetroffen war, vereinigte sich erstEnde Juli mit den russischen Truppen, die von der russischen Escadrebei Rügenwalde ans Land gesetzt worden waren, und eröffnete, auf24,000 Mann angewachsen, im August seine Operationen gegen daspreussische Lager bei Kolberg von der Landseite, während die russischeFlotte es von der Seeseite, sowie auch die Festung selbst beschoss. DerPrinz von Würtemberg vertheidigte sich hartnäckig und ziemlich erfolg-reich ; aber Mangel an Lebensmitteln und Munition, der noch durch dieAnkunft der von Friedrich gesandten Verstärkungen vergrössert wurde,brachte ihn in eine äusserst schwierige und gefährliche Lage. Unter-dessen verstärkte Buturlin, der sich aus Schlesien nach Driesen und dannnach Dramburg zurückgezogen hatte, Rumjanzow durch das Corps desGenerallieutenants Berg und entfernte sich selbst mit der HauptmachtEnde October (a. St.) nach Polen, wo er Winterquartiere bezog. In derersten Hälfte des Novembers zog sich der Prinz von Würtemberg, vonden russischen Truppen bedrängt und der Möglichkeit beraubt, sein Corpszu verpflegen, in die Lausitz und nach Sachsen zurück, indem er Kol-berg seiner eigenen Vertheidigung überliess. Nach gänzlicher Erschöpfungder Lebensmittel und des Kriegsbedarfes capitulirte diese Festung den5./16. December, und das Corps Eumjanzow's bezog Winterquartiere inPommern. Der Fall Kolberg's war nach der Einnahme von Schweidnitzder zweite wichtige Verlust für Friedrich in diesem Feldzuge.

§ 97.

Die Operationen Daun's und des Prinzen Heinrich in Sachsen, derFranzosen in Westfalen und der Schweden in Pommern.

Die Operationen in Sachsen bieten nichts Bemerkenswerthes. AlsFriedrich mit seiner Armee nach Schlesien marschirte, sandte Daunseinerseits das Corps O'Donnell's zur Verstärkung Laudon's dorthin, wo-nach ihm noch 30,000, zusammen mit der Reichsarmee gegen 50,000Mann verblieben. Trotz seiner Ueberlegenheit an Streitkräften erfüllteDaun genau die ihm zu Theil gewordene Defensivbestimmung und ver-brachte den ganzen Feldzug theils in Unthätigkeit, theils mit den un-bedeutendsten Unternehmungen, welche grösstentheils ihm zum Schadengereichten. Prinz Heinrich, der in Sachsen im Ganzen 35,000 Mannhatte, musste von der einen Seite die 50,000 Mann Daun's und derReichsarmee aufhalten, von der anderen die Franzosen, welche Halber-stadt und Magdeburg bedrohen, und von der dritten die Schweden,welche nach Berlin marschiren konnten, beobachten. Allein die Ope-