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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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232 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

7. August schnell nach Kunzendorf und Bögeildorf. Friedrich gingsofort nach Kanth und nachdem er vom Uebergange der russischenArmee (31. Juli/11. August und 1./12. August) |über die Oder er-fahren, marschirte er gegen Laudon, um ihn anzugreifen. Laudon aberhatte eine starke Position im Gebirge inne und kam aus derselben nichtheraus. Den 6./17. August war Buturlin bis Liegnitz gekommen, Lau-don"marschirte nach Jauer und Friedrich nach Wahlstatt.

Auf diese Weise zog sich Friedrich, der einerseits Laudon nicht zumKampfe zwingen konnte, weil dieser demselben auswich, und andererseitsselbst einem Kampfe mit der russischen Armee auswich, sich nur auf Ma-növriren gegen diese beschränkte und mehr und mehr von zwei Seiten durchdiese bedrängt wurde, nach und nach bis zum Flusse Katzbach zurück.Nachdem Friedrich Wahlstatt an der Katzbach erreicht hatte, konnte er beialler seiner Manövrirkunst doch schliesslich taktisch von den feindlichenArmeen, deren jede einzeln unvergleichlich stärker als seine Armee war,eingeschlossen werden. Unter diesen Umständen entschloss sich Fried-rich, die Gefahr seiner Lage erkennend, zum ersten Mal Schutz undRettung in einem befestigten Lager zu suchen. Nachdem er sich nachSchweidnitz zurückgezogen, nahm er (20. August) eine starke Positionbei Bunzelwitz ein und begann diese von allen Seiten durch abgesonderteWerke zu befestigen. Trotzdem, dass die russische und österreichischeArmee sich in naher Entfernung von einander befanden, vereinigte sichdie Erstere mit der Letzteren erst nach fünf Tagen, und inzwischen hatteFriedrich schon vermocht, ein befestigtes Lager zu errichten. Die vonihm zum Lager gewählte Oertlichkeit war mit Hügeln besäet, zwischendenen viele Bäche dahinflössen; zwei von diesen Bächen deckten dasLager in der Fronte. Das Lager selbst bestand aus abgesondertenWerken und hatte die Gestalt eines länglichen Vierecks, 5000 Schrittlang und 3000 Schritt tief, mit sechs ausspringenden Winkeln, vondenen der auf den Höhen von Würben befindliche, welche den grösstenTheil des Lagers beherrschten, stärker als die anderen befestigt war.Seine rechte Seite war nach den Dörfern Zeschen und Zedlitz gerichtet,die Fronte befand sich zwischen Zedlitz und Jauernick, die linke Seitezwischen Jauernick und den Höhen von Würben, und der Rückenzwischen diesen Letzteren und Zeschen. Die Befestigungen waren mit180 Geschützen armirt, die den Zugang zum Lager vertheidigten, welchesausserdem noch an verschiedenen Stellen durch Verhaue, Wolfsgrubenund Flatterminen gedeckt wurde. Das Lager bei Bunzelwitz, welcheslange Zeit für das Höchste in der Feldfortificationskunst galt und in der-selben wirklich Epoche machte, war sehr stark. Es hatte den wichtigenVorzug, dass es, aus abgesonderten Werken bestehend, nicht im Gering-sten die Operationen Friedrich's beengte und ihm zu jeder Zeit zum An-