7. Der siebenjährige Krieg. 223
Erfolg gehabt, weshalb er nach links inarschirte, um sich mit ihm in Com-munication zusetzen, griff die Höhen von Siptitz an, da er aber diesenicht zu nehmen vermochte, setzte er seinen Flankenmarsch nach linksfort, und als er schliesslich gegen Abend einen schwach besetzten Punktder österreichischen Schlachtlinic bemerkte, griff er diesen an, vereinigtesich mit einem von Friedrich dorthin gesandten Detachement und be-mächtigte sich endlich zusammen mit diesem der Hochebene von Siptitz,welche einen Haupt- und entscheidenden Punkt der österreichischen Po-sition bildete. Darauf beschränkte sich aber auch der ganze von Friedricherrungene Erfolg, der indessen einen grossen moralischen Einfluss aufDann ausübte und sehr wichtige Folgen hatte. Daun, der 9000 Mann anTodten und Verwundeten, 7000 Mann an Gefangenen und 49 Geschützeverloren hatte und selbst im Kampfe verwundet worden war, übergabden Befehl über die Armee an den General O'Donnell mit der WeisungTorgau zu räumen und in der Nacht auf das rechte Eibufer überzugehen,was auch ausgeführt wurde. Am darauf folgenden Tage (4. November)begann die österreichische Armee den Rückzug längs des rechten Eib-ufers aufwärts und das Corps Lascy auf dem linken Ufer nach Dresden.Nachdem die österreichische Armee diesen Rückzug in grosser Ordnungbewerkstelligt hatte, nahm sie nach ihrer Ankunft in Dresden hinter demPlauen'schen Grunde Stellung.
Friedrich, der gegen 9000 bis 10,000 Mann an Todten und Verwun-deten und 3000 Mann an Gefangenen verloren hatte, folgte längs demlinken Eibufer der österreichischen Armee und stellte sich den 12. No-vember bei Wilsdruff auf. Bald darauf bezogen beide Armeen Winter-quartiere.
Die Reichsarmee blieb während der Schlacht bei Torgau in der Nähevon Chemnitz in Unthätigkeit und zog sich bald darauf nach Frankenzurück.
Der von Friedrich in der Schlacht bei Torgau erzielte Erfolg, wenn-gleich ein partieller und unbedeutender, verbesserte jedoch seine Ange-legenheiten in Sachsen und Friedrich befand sich nach Beendigung desFeldzuges in derselben Lage wie beim Beginn desselben.
§.91.
Schlussoperationen der russischen Armee. — Die Operationen Lau-don's in Schlesien. — Die Operationen der Franzosen und Schweden.
Noch im August, zwei Monate vor Ankunft der russischen Armeeaus der Umgegend von Breslau nach Frankfurt, hatte die russische Flotte8000 Mann russische Truppen in der Nähe von Kolberg ans Land gesetzt