7. Der siebenjährige Krieg. 221
und folgte mit den übrigen Streitkräften seitwärts den BewegungenFriedrich's, indem er sich an die Berge hielt und gegen Friedrich Sachsendeckte.
Inzwischen war in Sachsen, nach der Entfernung Friedrich's undDaun's nach Schlesien Folgendes vorgegangen: Hülsen, der von Fried-rich mit 12,000 Mann in Sachsen gelassen worden, war bei Schlettenaufgestellt. Gegen ihn befanden sich hinter dem Plauen'schen Grunde :die Reichsarmee und das österreichische Corps Haddik's, im Ganzen ge-gen 35,000 Mann. Am 13. August marschirtc der Herzog von Zwei-brücken nach Wilsdruff und zwang Hülsen nach einigen Scheinbewegun-gen und Operationen sich in das Lager bei Strehla zurückzuziehen. DenUmstand benutzend, dass Hülsen viel zu wenig Truppen hatte um dasganze ausgedehnte Lager bei Strehla zu besetzen und zu vertheidigen,griff der Herzog von Zweibrücken , gegen das Lager mit seiner Haupt-macht manövrirend, dasselbe nur mit einem Theile seiner Streitmacht,namentlich mit dem Corps Kleefeld's an. Hülsen schlug Kleefeld mitVerlust für denselben zurück; da traf (21. September) der regierendeHerzog von Würtemberg mit Verstärkungen bei der Armee der Alliirtenein und Hülsen ward gezwungen zunächst nach Wittenberg und späterweiter nach Beizig sich zurückzuziehen. Die Reichsarmee nahm hieraufWittenberg und ganz Sachsen ein und stellte sich an der Elster in derNähe von Leipzig auf. Dies .war auch die Ursache des oben erwähn-ten Marsches Friedrich's nach Rosslau. Nach seiner Annäherung zogensich die Truppen der Reichsarmee, die Wittenberg besetzt hatten, nachLeipzig zurück. Inzwischen hatte sich Daun mit Lascy vereinigt, warbei Torgau über die Elbe gegangen und marschirte, in der Voraussetzung,dass sich Friedrich gegen die Reichsarmee wenden würde (26. October),nach Eilenburg. Zur selben Zeit hatte Friedrich sich mit Hülsen vereinigt,war bei Rosslau über die Elbe gegangen und hatte (29. October) einenTruppentheil nach Leipzig abgeschickt. Dies zwang die Reichsarmee zumRückzuge nach Chemnitz, wo sie die ganze Zeit über in Unthätigkeit ver-harrte. Daun kehrte nach Torgau zurück und bezog dort eine starke Po-sition. Friedrich aber, welcher wusste, auf welche Art zu operiren Daun undSoltikow beschlossen hatten, entschloss sich Ersteren um jeden Preis vonTorgau zu verdrängen und Sachsen von Neuem einzunehmen. Anfangsversuchte er dies durch Manövriren zu erreichen und marschirte dahernach Schiida, die Communicationen Daun's mit Dresden bedrohend.Als er aber sah, dass Daun in seiner Position blieb und nur die Fronteseiner Aufstellung änderte, beschloss Friedrich ihn sofort anzugreifen.