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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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216 III. Kriege in der zweiten Hälfte des IS. Jahrhunderts.

Daun, der in Bischofswerda die von Dresden nach Schlesien fuh-rende Heerstrasse besetzt hatte, folgte'von der Seite über Bautzen, Gör-litz und Lauban nach Löwenberg den Bewegungen der preussischen Ar-mee. Zu gleicher Zeit marschirte Lascy ihr im Rücken nach, aber,durch Erfahrung belehrt, sehr vorsichtig, auf eine Entfernung von 3 Mei-len (21 Werst) mehr Friedrich beobachtend als ihn verfolgend.

Friedrich, auf diese Weise von Daun und Lascy begleitet, aber nichtim geringsten von ihnen belästigt, machte in Eilmärschen bei starkerHitze und mit einem grossen Train 40 Meilen (280 Werst) in 5 Tagenund kam am 7. August nach Bunzlau. Da aber Friedrich nicht auf mehrals 10 Tage Proviant hatte, so musste er entweder nach Glogau gehen,oder die Communieation mit seinen Magazinen in Schweidnitz undBreslau eröffnen. Da das Erstere die Armee des Prinzen Heinrich dergrössten Gefahr ausgesetzt und Friedrich die Möglichkeit genommenhätte, seine Angelegenheiten in Schlesien wieder herzustellen, so be-schloss er das Letztere. Aber dies war sehr schwer, weil Daun ihm leichthinderlich sein konnte. In der That befahl Daun, nachdem er auf demrechten Ufer der Katzbach in der Nähe von Wahlstatt Posto gefasst,Laudon bei Seichau und Beck bei Goldberg stehen zu bleiben.

Bald darauf kam auch Lascy nach Löwenberg. Seitens der Russensollte das Corps des Generallieutenants Grafen Tschernitschew über dieOder bei Auras gehen, und SoltikoAv schlug auf das Bestehen Daun's beiLeubus eine Brücke über die Oder und schickte sich an auf das linkeUfer dieses Flusses überzugehen.

Auf diese Weise musste sich Friedrich, der 30,000 Mann hatte, mitdem Prinzen Heinrich vereinigen, von dem ihn die 90,000 Mann Daun'sund Laudon's trennten, und ausserdem noch die Vereinigung derOesterreicher mit den Russen verhindern. Seine Lage an der Katzbachwar unzweifelhaft eine der gefährlichsten , er aber bewahrte seine Geistes-stärke und entschloss sich, um nach seinen eigenen Worten einem ge-meinschaftlichen Ueberfall seitens des Feindes vorzubeugen, ähnlich denParteigängern zu operiren, indem ersieh in ununterbrochener Bewegungund beständig angesichts des Feindes befand, um diesem nicht Zeit zulassen irgend einen Operationsplan zu combiniren und plötzlich diepreussische Armee zu überfallen. Unterdessen, unaufhörlich an die Er-öffnung der Commuuicationen mit Schweidnitz und Breslau denkend,umging er den feindlichen linken Flügel, griff bei Goldberg das CorpsLascy's an, das von Löwenberg dorthin versetzt war, und zwang dasselbesich mit Verlust in der Richtung nach Jauer zurückzuziehen. Aber Daunging mit seiner ganzen Armee über die Wüthende Neisse, verstärkteLascy und zwang Friedrich sich hinter die Katzbach nach Lieguitz zu-