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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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7. Der siebenjährige Krieg. 215

dem Wege von Kalisz und Sieradz nach Breslau zu errichten und directauf letztere Stadt loszumarschiren.

Inzwischen marschirte Prinz Heinrich 17. Juli) von Sagan nachFrankfurt und Landsberg; als er aber hier vom Marsche Soltikow's nachSchlesien erfuhr, ging er schnell die Oder aufwärts nach Glogau, wo er(am I.August) auf das linke Ufer des Flusses überging. Nachdem erhier die Kunde erhalten, dass Laudon Breslau blockire und bombardire.ging Prinz Heinrich über den Fluss Katzbach und marschirte schnellüber Lissa nach Breslau. Nun stellte Laudon, der für seinen Rückenund die Communicationen mit Daun und Böhmen fürchtete, das Bom-bardement von Breslau ein und zog sich nach Kanth zurück, währendPrinz Heinrich, nachdem er die Garnison Breslaus verstärkt, den GeneralPlaten auf das rechte Oderufer zur Beobachtung der russischen Armeeentsandte.

Bald darauf näherte sich Soltikow Breslau und wollte schon, da eranstatt der österreichischen Armee dort preussische Truppen vorfandund desshalb keine Hoffnung mehr hatte, sich mit den Oesterreichern znvereinigen, neue Unterhandlungen mit ihnen befürchtete und nur mitMühe seine Truppen verproviantiren konnte, nach Polen zurückkehren:aber von Neuem gab er den Vorstellungen Montalembert's nach und gingdas rechte Oderufer aufwärts nach Auras.

Auf diese Weise war der ganze Plan der Verbündeten für ihre ge-meinschaftlichen Operationen in Schlesien durch den schnellen Marschdes Prinzen Heinrich von Landsberg nach Glogau und Breslau gänzlichvernichtet. Unter den Verbündeten entstand wie gewöhnlich Uneinigkeit,deren nächste Folge Zeitverlust in fortwährenden und unnützen Berathun-gen war. Trotz alledem befand sich Prinz Heinrich in sehr schwierigerLage zwischen zwei starken feindlichen Armeen.

§.86.Friedrich's Marsch nach Schlesien, Daun und Lascy folgen ihm.

Als Friedrich von dem Falle von Glatz Nachricht erhielt, beschlosser sofort nach Schlesien zu gehen und die weiteren Erfolge der Verbün-deten zu verhindern. Friedrich Hess Hülsen mit 19 Bataillonen und20 Escadronen in Sachsen, ging selbst (am 1. August) bei Hirschsteiumit 30,000 Mann über die Elbe und marschirte (3. August) auf eineinUmwege nach Königsbriick und von dort über Rothenburg nach Bunzlau.Die preussische Armee marschirte in drei Colonnen, deren erste dieTruppen des ersten Treffens, die zweite jene des zweiten Treffens unddie dritte die Reserve bildeten.