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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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214 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

gerung und das Bombardement. Lascy und die Reichsarmee, ungeachtetder Ueberlegenheit ihrer vereinten Streitkräfte über diejenigen Fried-rich's, zogen sich zurück, der Erstere nach Gross-Sedlitz in der Nähe vonPirna, und der Letztere nachDohna, wo sie als unthätige Zeugen der Be-lagerung und des Bombardements Dresdens seitens Friedrich's ver-blieben. Ungeachtet des Mangels an Mitteln zur Eroberung Dresdenshätte Friedrich aller Wahrscheinlichkeit nach dasselbe erobert, wennnicht Daun, von der Nutzlosigkeit seines Verweilens in Schlesien über-zeugt, (am 19. Juli) nach Dresden zurückgekehrt wäre und dadurch Fried-rich gezwungen hätte die Belagerung aufzuheben und seine Armee inder Nähe von Meissen aufzustellen. Daun aber, der, nachdem er dasCorps Lascy zu sich herangezogen, den Marsch Friedrich's nach Schle-sien befürchtete , stellte sich mit allen seinen Streitkräften in der Nähevon Bischofswerda, auf dem Wege nach Bautzen auf.

Auf diese Weise misslang der Plan Friedrich's und beide Parteienbefanden sich nach allen ihren Märschen, die sich als unnütz heraus-gestellt hatteu, von Neuem in derselben Lage wie früher.

§.85.

Operationen in Schlesien: Die Eroberung von Glatz. Die Opera-tionen des Prinzen Heinrieh gegen Soltikow und Laudon. DieConeentrirung der Streitkräfte beider Parteien in der Nähe von

Breslau.

Bald nach Eröffnung der Laufgräben vor Glatz benutzte Laudon dieFahrlässigkeit der Garnison, nahm diese Festung mit Sturm und mar-schirte nach Breslau, das er noch vor Ankunft der russischen Armee zuerobern versprach. Soltikow, der grosse Magazine in Posen errichtethatte, beabsichtigte laut Uebereinkunft die Operationen mit der Belage-rung von Glogau eröffnen, wozu die Oesterreicher ihre Belagerungsartil-lerie zu senden verpflichtet waren. Da aber in der Folge sich die Un-möglichkeit herausstellte, diese Artillerie zu beschaffen, bat Maria The-resia das Petersburger Cabinet Soltikow befehlen zu wollen, anstatt Glo-gau zu belagern nach Breslau zu gehen, wo er auch die Armee Laudon'sund eine Brücke zum Uebergang über die Oder finden sollte. Da beider damaligen Art und Weise der Kriegführung und Verpflegung derTruppen aus zeitig hergerichteten Magazinen jede Aenderung der Opera-tionen mit grossen Schwierigkeiten und mit Zeitverlust verbunden war,so vergrösserte der ertheilte Befehl noch Soltikow's Unwillen gegendie Oesterreicher. Montalembert überredete ihn jedoch Magazine auf