6. Der siebenjährige Krieg. 207
tapferen, aber nicht zahlreichen Garnison, unter dem Befehle eines ge-schickten, erfahrenen und entschlossenen Commandanten, in einer Fe-stung, welche von allen Seiten von einem wenn auch weniger geschick-ten und entschlossenen so doch mit weit überlegenen Streitkräften ver-sehenen Feinde blockirt ist. Lang und hartnäckig vertheidigt er sich,wendet seine ganze Kunst an, macht oft aus der Festung Ausfälle, greiftselbst den Feind an und erzielt über ihn glänzende Erfolge. Aber beiallen diesen Erfolgen werden seine Streitkräfte mit jedem Tage schwä-cher, die Mittel schwinden, während die Streitkräfte des Feindes immernoch bedeutend, wenn gleich seine Erfolge unbedeutend sind. Und früheroder später triumphirt der Stärkere über den Schwächeren, der, wenn ersich auch nicht unterwirft, durch Hunger, Krankheiten oder im ruhm-reichen Kampfe auf den Mauern der von ihm vertheidigten Festung zuGrunde geht.