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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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6. Der siebenjährige Krieg. 191

sichtigte er den Eückzug Daun's nach Böhmen auf dem linken Eib-ufer zu hindern und ihn zu zwingen über diesen Fluss zu gehen undsich das rechte Ufer entlang durch ein ärmliches, gebirgiges Land, dasnur geringe Communicationen hatte, zurückzuziehen. Wenn Friedrichdies erlangt hätte, wäre dieser Eückzug, bei so vorgerückter Jahreszeit,für die österreichische Armee verderblich gewesen.

Zu besagtem Zwecke marschirte Friedrich mit seiner Haupt-macht nach Wilsdruff und befahl Fink mit seinem Corps, gegen 20,000Mann'stark, sich auf dem Rückzugswege Daun's, in Maxen aufzustellen.Daun stellte sich hinter dem Plauen'sc'hen Grunde, in einer durch ihreStärke bekannten Position auf und umgab sich ausserdem noch mit ab-gesonderten Detachements. Die schwachen Streitkräfte Fink's und seineEntfernung von der preussischen Armee erlaubten es, Fink zu umzingelnund zu schlagen, oder ihn zu zwingen das Gewehr zu strecken. Dieswar so natürlich, dass selbst Fink, nachdem er den Befehl erhalten nachMaxen zu gehen. Friedrich die ganze Gefahr eines solchen Marsches undeiner Aufstellung dieser Art vorstellte, aber er vermochte nicht, Fried-rich von seiner Meinung abzubringen. Inzwischen entschloss sich end-lich Daun, nach langem Schwanken, Fink zu umzingeln, und nachdemer zuerst die Reichsarmee beiGieshübel gesammelt hatte, sandte er diesenach Dohna. Fink in den Rücken, das Corps Brentano's dirigirte er vonDresden gerade nach Maxen in der Fronte gegen Fink und marschirteselbst mit 3000 Mann über Dippoldiswalde und Reinhardtsgrimma zurUmgehung seiner linken Flanke. Diese drei Corps, deren Gesammtstärkesich auf 26,000 Mann Infanterie und 10,000 Mann Reiterei belief, griffenFink (20. November) zu gleicher Zeit von drei Seiten an, durchbrachendas Centrum seiner Schlachtlinie, bemächtigten sich des hinter ihm bele-genen Dorfes Maxen, trennten seine beiden Flügel von einander, undindem sie einem jeden eine starke Niederlage beibrachten, umzingeltensie Fink gänzlich und zwangen ihn am andern Tage (21. November) mitden Resten seines Corps (9 Generale, 549 Officiere und 12,000 Mann mit71 Geschützen) das Gewehr zu strecken. Am Tage der Schlacht beiMaxen selbst sandte Friedrich Hülsen zur Verstärkung Fink's, aber eswar schon zu spät und Hülsen zog sich nach Freiberg zurück. Balddarauf wurde auch ein anderes preussisches Detachement, des GeneralsDiericke (1400 Mann stark), auf dem rechten Eibufer bei Meissen ange-griffen und nach hartnäckigem Kampfe grösstenteils gefangen ge-nommen.

An der Niederlage des Fink'schen Corps hatten Friedrich und theilsauch Fink selbst Schuld. Die Schuld Friedrich's bestand darin, dasstrotz der Vorsicht Daun's und seiner Besorgniss für seine Communicatio-nen die Absendung des 20,000 Mann starken Corps Fink's in den Rücken