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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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190 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

§. 76.

Schlussoperationen in Sachsen. Die Schlacht bei Maxen. DieOperationen der Schweden in Pommern.

Nachdem Daun von der Entfernung der russischen Armee und vomMarsche Hülsen's nach Sachsen erfahren, wagte er es nicht länger inseiner starken, aber von Dresden entfernten Position bei Schildau zubleiben und zog sich, nachdem er sich mit Aremberg vereinigt hatte, am6. November über Oschatz und Lommatsch nach Heynitz, zwischenNossen und Meissen, zurück. Gleich darauf marschirte Prinz Heinrichnach Lommatsch, wo er sich am 8. November mit Hülsen, der bei Hirsch-stein über die Elbe gegangen war, vereinigte; er hatte nun im Ganzengegen 50,000 Mann (71 Bataillone und 136 Eseadronen). Der GeneralDiericke mit 4 Bataillonen und 10 Eseadronen aus der Armee des Prin-zen Heinricli, stellte sich bei Grossenhain zur Beobachtung des Feindesauf dem rechten Eibufer auf, und das Corps Fink's, welches aus Dübenüber Mügeln heranrückte, blieb am 7. November bei Döbeln stehen. DieVerstärkung der preussischen Armee erlaubte derselben offensiv zu ope-riren ; da aber Daun bei Heynitz eine sehr starke Position inne hatte, sobeschloss Prinz Heinrich seine linke Flanke zu umgehen und, indem ei-serne Communicationen über das Gebirge mit Böhmen bedrohte, ihn zumRückzüge zu zwingen. Zu diesem Zwecke befahl er Fink, bei Döbelnüber die Mulde zu gehen und nach Rosswein zu marschiren. Das Corpsdes Generals Brentano, das an diesem Orte die linke Flanke Daun'sdeckte, zog sich nach Nossen zurück, Daun aber blieb in seiner Position.Fink, durch frische Truppen verstärkt, griff bei Nossen. auf Befehl desPrinzen Heinrich, das Corps Brentano's an, warf es, nahm Freiberg imRücken der österreichischen Armee ein und sandte seine leichten Trup-pen nach Dippoldiswalde und Dohna. Dies zwang endlich Daun sichnach Wilsdruff und Brentano sich nach Herzogswalde (14. November)zurückzuziehen. In dieser Zeit kam Friedrich zur Armee des PrinzenHeinrich, und indem er den Rückzug Daun's seiner Ankunft zuschrieb,beschloss er offensiv zu operiren. Prinz Heinrich stellte ihm vor, dassDann wahrscheinlich auch ohnedem nach Böhmen zurückgehen undDresden räumen würde, aus Furcht, dass seine Garnison nicht gefangengenommen werde, und überredete Friedrich, Daun nicht zu entschiede-nen Operationen zu zwingen. Aber Friedrich lehnte seinen klugen Rathab, verfolgte persönlich mit der Avantgarde Wedelt (7 Bataillone und10 Eseadronen) die österreichische Nachhut, brachte derselben einenziemlich bedeutenden Verlust bei, erlitt aber auch selbst ohne Nutzeneinen nicht geringeren. Jedoch vom erlangten Erfolge hingerissen, beab-