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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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192 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

und auf den Rückzugsweg zweier starken Armeen eine ungemein kühneThat war. Ausserdem benachrichtigte Friedrich Fink nur brieflich, dasser wahrscheinlich vom österreichischen General Sincere, der eines dernächsten von Maxen befindlichen österreichischen Detachements befeh-ligte, oder der Reichsarmee angegriffen werden würde. Fink schlossdaraus, dass er bedingungslos bei Maxen zu bleiben verpflichtet sei, undin der Voraussetzung von Friedrich unterstützt zu werden, sorgte er garnicht für einen Rückzug, obgleich er von den Vorbereitungen des Fein-des ihn zu überfallen wusste. Den 19. morgens konnte er noch undmusste sich über Reinhardtsgrimma nach Freiberg zurückziehen. Fürden Kampf selbst hatte er seine Truppen zu sehr zerstückelt und beson-ders das Detachement geschwächt, das den wichtigen Engpass bei Rein-hardtsgrimma besetzt hatte und auf welches die Hauptanstrengungen desFeindes gerichtet waren. Sein grösster Fehler aber bestand darin, dasser den Ueberfall des Feindes abwartete. Wenn er kühn gegen eine derfeindlichen Colonnen marschirt wäre, so hätte er sie ohne Mühe schlagenund aus seiner schwierigen Lage herauskommen können. Uebrigensvertheidigte sich Fink ungemein hartnäckig und büsste daher dengrössten Theil seiner Infanterie ein. Wunsch mit der Reiterei wollte sichdurchschlagen und hätte es vielleicht auch vermocht, aber am folgendenTage schloss Fink eine Capitulation ab und befahl ihm, auf Daun's For-derung, zurückzukehren. Auf diese Weise waren die unnütze KühnheitFriedrich's, die Ungenauigkeit des von ihm ertheilten Befehls, die wört-liche Erfüllung desselben von Fink, die fehlerhaften taktischen Anord-nungen des Letzteren die Ursache, dass die preussische Armee einenVerlust von 12,000 Mann und 71 Geschützen erlitt; bei den derzeitigenUmständen ein sehr fühlbarer Verlust für dieselbe!

Die vorgerückte Jahreszeit machte den Kriegsoperationen in Sach-sen ein Ende. Ungeachtet der Kälte wurden die Truppen beider Par-teien theils in Feldlagern aufgestellt: fDaun inPderNähe von Dresdenund die preussische Armee zwischen Wilsdruff und Freiberg; die Reichs-armee zog sich nach Franken zurück. Der Schwäche der preussischenArmee wegen, welche nur noch 38,000 Mann zählte, zog Friedrich zuderselben aus der Armee des Herzogs von Braunschweig 10,000 Mannheran und stellte die letztern zwischen Freiberg und Zwickau auf. Erverzagte nach der Niederlage bei Maxen nicht im geringsten, sondernbeunruhigte Daun fortwährend, so dass die Truppen beider Parteienauch während des Winters keine Erholung hatten. Dabei war die Ver-pflegung der österreichischen Armee mit ungewöhnlichen Schwierigkeitenverbunden.

Was die Operationen der Schweden betrifft, so waren nach dem Ab-marsch des Corps Kleist aus Pommern nach Fürstenwalde (zur Vereinigung