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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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188 III. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

§. 74.^Die Operationen des Prinzen Heinrich und Daun's in Sachsen.

Daun, der von seinem Hofe den Befehl erhalten hatte, den PrinzenHeinrich .anzugreifen, konnte sich nicht zum Kampfe entschliessen, son-dern glaubte, dass die Eroberung Sachsens, wenn auch langsamer, sodoch gefahrloser und sicherer durch Manövriren bewerkstelligt werdenkönnte; er beschloss daher durch einen Flankenmarsch nach links dierechte Flanke und die Communicationen des Prinzen Heinrich und seineHauptmagazine in Torgau zu bedrohen und dadurch den Prinzen Hein-rich zum Rückzüge zu zwingen oder ihn von Torgau, Wittenberg undMagdeburg abzuschneiden. In Folge dessen entsandte Daun einenTruppentheil zur Schilde gegen den General Rebentisch, der die rechteFlanke der Armee des Prinzen Heinrich deckte, und rückte selbst mitder Hauptmacht langsam nach Oschatz. Rebentisch (15. October) undgleich nach ihm auch der Prinz Heinrich (17. October) waren gezwungensich nach Torgau zurückzuziehen. Dadurch ermuthigt, marschirte Daunin der Absicht den Prinzen Heinrich von Leipzig und Wittenberg* abzu-schneiden und ihn von allen Seiten zu umzingeln, (am 25. October) zurSchilde, nachdem er zu derselben Zeit: Aremberg mit einem Detache-ment nach Domitsch, dem Prinzen Heinrich in den Rücken, Gemmingenmit einem andern Detachement nach Düben, behufs Umgehung der rech-ten Flanke des Prinzen die Reichsarmee das rechte Eibufer entlang nachPeritz entsandt und dem General Guasco mit einem dritten Detache-ment den Befehl ertheilt hatte, die Communicationen zwischen der Haupt-macht der österreichischen Armee und Aremberg aufrecht zu erhaltenund im Nothfalle den Letzteren zu unterstützen. Daun selbst blieb mitder Hauptmacht in Schildau und begann seine Positionen sorgfältig zubefestigen. Sein complicirter Plan und der Marsch der Armeen: derösterreichischen und der Reichsarmee in zerstückelten und getrenntenTheilen boten dem Prinzen Heinrich, wie sehr natürlich, ein sehr leich-tes Widerstandsmittel. Die Entfernung Aremberg's und Gemmingen'svon Daun benutzend, sandte der Prinz Heinrich gegen diese Fink, Wunschund Rebentisch, die sie warfen und zwangen, sich mit grossem Verlustenach Eilenburg (30. October) zurückzuziehen. Der Herzog von Zwei-brücken, aus Furcht angegriffen zu werden, obgleich er Niemand vorsich hatte, ging hinter die Elbe zurück und stellte sich bei Leiteritzauf. Die preussischen Detachements Fink, Wunsch und Rebentisch, un-ter dem Oberbefehle Fink's, nahmen bei Düben Stellung.