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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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ü. Der siebenjährige Krieg. 187

deckte Glogau. Soltikow und Daun verloren die Möglichkeit gemein-schaftlich zu operiren und Preussen war gerettet! Dies war das wich-tige Eesultat des Marsches des Prinzen Heinrich von Sagan nach Görlitz,eines Marsches, der einstimmig und mit Recht als eine der geschicktestenKriegsoperationen des ganzen siebenjährigen Krieges anerkannt wordenist! Aber der Prinz Heinrich begnügte sich nicht damit, und beschlossDaun gänzlich von Schlesien abzuziehen.

Nachdem Daun von dem Marsche Friedrich's zum Flusse Bober er-fahren, ging er (12./23. September) von Bautzen nach Reichenbach, inder Absicht den Prinzen Heinrich von der Oberlausitz nach Schlesien zu-rückzudrängen und sich die Herrschaft über das letztere zu sichern.Nachdem er die Positionen Ziethen's bei Landskrone recognoscirt hatte,beschloss er diese am folgenden Tage anzugreifen, aber Prinz HeinrichHess ihm keine Zeit dazu dies auszuführen. Da er wusste, wie wichtigDresden für die 0esterreicher war, marschirte er (den 23. September,am Tage der Ankunft Daun's in Landskrone) in Eilmärschen nach Hoyers-werda , griff plötzlich an der schwarzen Elster ein 4000 Mann starkesösterreichisches Corps (Wehl) an, warf es und machte 1800 Mann undWehl selbst zu Gefangenen. Darauf, in der Absicht über dieElbe zwischenMeissen undStrehlen zu gehen, war er schon (28. September) bisRuhlandgekommen, marschirte aber, da es ihm an der gehörigen Anzahl von Pon-tons mangelte um auf dieser Stelle eine Brücke über die Elbe schlagenzu können, nach Torgau.

Unterdessen war Daun, da er die Preussen in Görlitz nicht fand,nach Bautzen zurückgekehrt, und um dem Prinzen Heinrich an der Elbezuvorzukommen, marschirte er den 29. September von Bautzen nachDresden. Hier überschritt er die Elbe und stellte sich in Kesselsdorfgegen Fink auf, recognoscirte täglich seine Position, weil er ihn anzu-greifen beabsichtigte, und bestimmte dazu endlieh den 2. October. Aberals ob er ihm einen Possen spielen wollte, ging Fink in der Nacht vom1. auf den 2. October nach Strehlen, wo er sich am 4. October mit demPrinzen Heinrich vereinigte, der die Elbe bei Torgau überschritten undjetzt, nach der Vereinigung mit Fink, 33 Bataillone und 104 Escadronen(gegen 40,000 Mann) zur Verfügung hatte. Daun, der weder Fink, nochden Prinzen Heinrich in der Position fand, in welcher er in anzugreifenbeabsichtigte, stellte sich bei Heida auf. Seine Streitkräfte, ohne dieleichten Truppen einzurechnen, beliefen sich auf 56,000 Mann (64 Ba-taillone und 75 Escadronen) ; aber das moralische Uebergewicht war aufSeiten der Preussen, weil die Resultate des kühnen und geschicktenMarsches des Prinzen Heinrich nach Sachsen in derThat. ihrer Wichtig-keit nach, einem entschiedenen Siege gleich kamen. Die Reichsarmeeblieb zu der Zeit hinter dem Plauen'schen Grunde (bei Dresden).