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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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6. Der siebenjährige Krieg. 185

nach Lüberose, in der Absicht sich Sachsen zu nähern, das in Fülle Mit-tel zur Verpflegung der Truppen bot.

Seinerseits ging Friedrich (20./31. August) nachWaldau und decktedadurch -Lübben und Luckau, wo sich die Hauptwege aus Berlin, Sach-sen und der Lausitz vereinigten. In dieser Aufstellung blieben beideParteien zwei Wochen (bis zum 3./14. September) in Unthätigkeit. Daunaber, um seine Communicationen mit der russischen Armee zu sichern,stellte sich bei Sorau auf, und nachdem er hier von der Eroberung Dres-dens durch die Reichsarmee erfahren, entsandte er das Corps Haddik'szur Verstärkung derselben. Nachdem Friedrich von dem Marsche Had-dik's nach Sachsen Kunde erhalten, sandte er seinerseits, noch ohneetwas von der Uebergabe Dresdens zu wissen, Fink mit 10 Bataillonen,27 Escadronen und 10 Geschützen dorthin, um sich mit Wunsch zu ver-einigen und zusammen mit ihm die Vereinigung Haddik's und der Beichs-aim.ee zu verhindern und sogar bei günstiger Gelegenheit über Haddikherzufallen. Fink, der sich in Torgau mit Wunsch vereinigt und vonder Uebergabe Dresdens erfahren hatte, besetzte Eilenburg und Leipzig,marschirte über Döbeln nach Meissen, und hier bei Korbitz (10./21. Sep-tember) von der Hauptmacht der Beichsarmee und dem Corps Haddik'sangegriffen, schlug er sie zurück und zwang sie mit Verlust von 1000 Mannsich nach Wilsdruff zurückzuziehen.

§.73.

Die Märsche des Prinzen Heinrich nach Görlitz und nach Hoyers-werda, Daun's nach Bautzen und nach Dresden, und Soltikow's undFriedrichs zum Flusse Bober.

Durch die Aufstellung Soltikow's bei Lüberose und Daun's bei Sorauwar Prinz Heinrich in Sagan jeder Communication mit Friedrich, der sichbei Waldau befand, beraubt, und seine Streitkräfte waren zu unbedeu-tend, um mit Erfolg Daun angreifen zu können. Da er aber die Fürsorgedes Letzteren um seine Magazine und die Communicationen mit densel-ben kannte und sah, dass nach dem Uebergange seiner (des PrinzenHeinrich) Armee nach Sagan Daun alle seine Detachements, mit Aus-nahme des Corps Deville's, das aus Mark-Lissa nach Lauban marschirtwar, zu sich heranzog, beschloss Prinz Heinrich die Schwäche derösterreichischen Streitkräfte in der Lausitz zu benutzen und, indem erdie Magazine Daun's in Bautzen, Görlitz. Zittau und Friedland bedrohte,ihn nach der entgegengesetzten Seite Von Soltikow und Friedrich abzu-ziehen. In dieser Absicht marschirte er am 24. August a. St. (4. Sept.)aus Sagan über Löwenberg und Lauban nach Görlitz. Bei seiner An-näherung zog sich Deville nach Bautzen zurück.