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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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184 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Pläne des Letzteren zurückwies und mit gänzlichem Rückzüge nachPolen drohte. In Folge der Bemühungen Montalembert's, der als Com-missär der französischen Regierung bei der russischen Armee stand,kamen Soltikow und Daun in Guben zusammen und beschlossen nachlangem Berathen. dass die russische Armee bis zur Eroberung Dresdensan der Oder bleiben solle, wo die Oesterreicher sie mit dem nöthigenProviant zu versorgen sich verpflichteten, und dann, im Falle die Oester-reicher irgend eine schlesische Festung erobert, sollten Soltikow undDaun zusammen Winterquartiere in Schlesien beziehen! Friedrich sei-nerseits, überall zu schwach, um entschiedene Operationen vornehmenzu können. erwartete Alles von der Aenderung der Umstände und vonder Unterstützung des Prinzen Heinrich. Uebrigens war das Ziel beiderSeiten schon durch die bezügliche Aufstellung der vier Hauptarmeenselbst bestimmt. Daun und Soltikow mussten sich vereinigen und aufjeden Fall die Vereinigung Friedrich's mit dem Prinzen Heinrich ver-hindern, und umgekehrt mussten die Letzteren sich bemühen, unter sichdie Communicationen herzustellen und die Vereinigung Daun's mit Sol-tikow verhindern.

§.72.

Der Marsch des Prinzen Heinrich nach Sagan, Söltikow's nachLüberose, Friedrich's nach "Waldau und Haddik's und Fihk's nach

Sachsen.

Nachdem Prinz Heinrich (erst den 7./l8. August) von der Nieder-lage Friedrich's bei Kunnersdorf und dem Marsche Daun's nach Priebuserfahren hatte, entschloss er sich, zur Wiederherstellung seiner Commu-nicationen mit Friedrich, durch die Lausitz zu gehen, sich im Rückender Armee Daun's aufzustellen und die Communication derselben mitihren Magazinen zu bedrohen. In dieser Absicht befahl Prinz Heinrichdem General Fouque mit einem Theile seiner Truppen von Landshutnach Schmottseifen überzugehen und die österreichischen Corps Deville'sund Bückow's, die bei Mark-Lissa und Lauban standen, zu beobachten,während er selbst den 16./27. August mit 15 Bataillonen und 28 Esca-dronen über Bunzlau und Sprottau nach Sagan marschirte und Ziethenmit 10 Bataillonen und der ganzen übrigen Reiterei nach Sorau vorschob.Daun, der für seine Communicationen mit Soltikow fürchtete, ging hin-ter die Neisse nach Muskau zurück und zog das Corps Bückow's zu sichheran; als er aber von der Schwäche des Ziethen'schen Detachementserfuhr, marschirte er nach Sorau, zwang Ziethen zum Rückzug nachSagan und stellte sich von Neuem bei Triebel auf. Inzwischen gingSoltikow wegen Erschöpfung der Umgebung von Frankfurt (19./30. Aug.)