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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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174 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

hindern. Auf diese Weise hatte Dohna (dessen Streitkräfte mit der An-kunft Hülsen's und einiger anderer Verstärkungen auf 28,000 Mann ge-stiegen waren) es nicht vermocht, dem Befehle Friedrich's nachzukom-men , er verlor sogar einen Theil des Trains, und beständig manövri-rend, wurde er schliesslich gezwungen, sich nach Züllichau zurückzu-ziehen (21. Juli). Friedrich, mit ihm unzufrieden, setzte an dessenStelle den General Wedel, den er mit der Würde eines Dictators aus-stattete und dem er die ausgedehnte Vollmacht sowie den Befehl ertheilte,die russischen Truppen anzugreifen, wo er sie auch treffen möge. We-del nahm diesen Befehl wörtlich und kam demselben nur zu buchstäb-lich nach. Beim Dohna'schen Corps eingetroffen, entdeckte er, dassSoltikow einen Theil seiner Trppen vor Züllichau belassen und mit derHauptmacht heimlich den linken Flügel der Preussen zu umgehen imBegriffe war. Wedel, ohne zu wissen wie das Terrain dort beschaffenwar, ging zwischen den Dörfern Kay und Palzig Soltikow entgegen,ähnlich wie Friedrich bei Bossbach Soubise entgegen gekommen war.Angesichts der ganzen russischen Armee führte Wedel am 22. Juli seineTruppen über einen langen Damm und Hess die Truppentheile vereinzeltden numerisch überlegenen Feind angreifen. So kam es, dass seineArmee inTheilen zurückgeworfen und geschlagen wurde. Wedel, dessenArmee über 8000 Mann und 13 Geschütze verloren hatte, sah ein, dassalle seine Anstrengungen vergeblich waren, und musste sich schliesslichhinter die Oder zurückziehen. Soltikow benutzte jedoch nicht im entfern-testen den errungenen Erfolg, verfolgte die Preussen gar nicht, sondernging, in Erwartung von Verstärkungen, die er von den Oesterreicherndringend gefordert hatte (obgleich er, wie es scheint, ohne diese starkgenug war, da er gegen 60,000 Mann hatte), über die Oder und besetzteFrankfurt und Krossen.

§.68.

Der Marsch österreichischer und preussischer Verstärkungen aus

Schlesien nach der Oder. Concentrirung der Streitkräfte beider

Parteien bei Prankfurt und Müllrose.

Nachdem Daun (am 12. Juli) die Nachricht erhalten hatte, dass Sol-tikow beschlossen habe, die Ankunft österreichischer Verstärkungen andie Oder abzuwarten, berief er einen Kriegsrath, in welchem festgesetztwurde, die Corps Laudon's aus Lauban und Haddik's aus Aussig (imGanzen gegen 35,000 Mann) zum FlusseNeisse und, nachdem sie sichdort vereinigt, nach Krossen zu senden. In Folge dessenjnarschirtenLaudon und Haddik nach Priebus.