Druckschrift 
Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
Entstehung
Seite
172
Einzelbild herunterladen
 

172 III. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

erhielt Prinz Heinrich von Friedrich den Befehl, die Reichsarmee ausSachsen zu verdrängen, weshalb er seine Truppen in Zwickau sammelteund nach Franken auf das Centrum der Cantonnirungslinie dieser Armeelosmarschirte. Der Herzog von Zweibrücken zog sich zunächst nachBamberg und dann nach Nürnberg zurück, und Prinz Heinrich kehrte,nachdem er vom Lande reiche Contribution erhoben, Ende Mai nachZwickau zurück, weil die Oesterreicher in seiner Abwesenheit den Ge-neral Brentano mit einem Truppentheile nach Sachsen geschickt hattenund die leichten österreichischen Truppen im Rücken des Prinzen Hein-rich schon bis nach Schleiz und Altenburg vorgedrungen waren. NachSachsen zurückgekehrt, schickte Prinz Heinrich den General Hülsenmit 9000 Mann nach Pommern zur Verstärkung des Dohna'schen Corpsund den General Fink mit 4000 Mann nach Dresden, um die Oesterrei-von der Lausitz her zu beobachten. Die Reichsarmee nahm Aufstellungan der Regnitz, zwischen Bamberg und Nürnberg, während Haddik mitden österreichischen Truppen sich von derselben trennte, um sich mitDaun in Böhmen zu vereinigen.

§. 66'.

Operationen in Schlesien : Daun's Marsch von Böhmen nach Mark-Lissa in Schlesien; der Marsch Friedrich's von Landshut nach Schmott-

seifen.

Dem gemeinschaftlichen Plan der Verbündeten gemäss beschränktesich die österreichische Hauptarmee, in Erwartung der Eröffnung derOperationen durch die Russen, auf Streifzüge und auf die Führung deskleinen Krieges. Die zwischen Landshut und Löbau in Schlesien auf-gestellte preussische Armee entsendete einzelne Detachements, um diein Böhmen befindlichen österreichischen Magazine, hauptsächlich aberdie Kriegsvorräthe der Russen in Posen und anderen Orten Polens zuvernichten, während die Oesterreicher. die zwischen Schurz und Jaromierihre Aufstellung hatten, gegen die Communicationen des Prinzen Hein-rich mit Friedrich operirten.

Sowie die Russen ihren Marsch nach der Oder hin antraten, erhieltDaun den Befehl an den Queiss zu marschiren. Seine Armee in derRichtung nach Schlesien und Sachsen hin durch Detachements deckend,brach er am 28. Juni von der Elbe auf und marschirte über Gitschin,Turnau, Reichenberg und Friedland nach der Lausitz, wo er am 6. Julibei Gerlachsheim, in der Nähe von Mark-Lissa. ein Lager bezog undweitere Operationen der Russen abwartete.

Friedrich seinerseits beliess in Landshut das Corps Fouque's undmarschirte (10. Juli) mit der Hauptmacht nach Schmottseifen, wo er eine