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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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5. Der siebenjährige Krieg. 163

inen. Obgleich er dreimal so viel Truppen hatte als der Herzog vonBraunschweig; so befürchtete er dennoch, Letzterer könnte sich Jülich'sbemächtigen, und um ihn zum Eückzuge hinter die Maas zu zwin-gen , marschirte er von Köln nach dem an dem Flusse Erft gelegenenOrte Bedburg. Der Herzog von Braunschweig hielt sich eine Zeit langam Unken Ufer dieses Flusses, als er aber die Gegend ausgesogen undMangel an Proviant sich einstellte, war er schliesslich gezwungen, sichnach Boermonde an der Maas zurückzuziehen.

Unterdessen hatte Soubise Anfang Juni auf dem rechten Ufer desNiederrheins das 5000 Mann starke Corps Isenburg's nach Kassel zurück-gedrängt. Bei Sandershausen wurde dieses Corps eingeholt, vom CorpsBroglio's angegriffen und geschlagen, und bald darauf besetzten die Fran-zosen Hessen-Kassel und bedrohten Hannover.

In Folge dessen änderte Contades seine Operationsweise und beschlossoffensiv vorzugehen. In der Absicht den Herzog von Braunschweig überdie Maas zurückzudrängen und ihn vomEhein abzuschneiden, marschirteer mit seiner Hauptmacht behufs Umgehung der linken Flanke der Verbün-deten nach Dülmen an der Niers und schickte gleichzeitig den in Kölnbefindlichen General Chevere mit 10,000 Mann längs des rechten Rhein-ufers abwärts nach Rees, um die einzige Brücke des Herzogs von Braun-schweig am Niederrhein zu erobern. Diese beiden Unternehmungen wa-ren aber erfolglos. Der General Imhof, welcher mit 3000 Mann dieBrücke in Bees deckte, warf Chevere zurück und zwang ihn zum Rück-zug.

Die wenngleich erfolglose Unternehmung Chevere's, der Marsch Con-tades' nach Dülmen, sowie die Niederlage Isenburg's und die ErfolgeSoubise's, endlich die Schwäche seiner Streitkräfte wie nicht minder derMangel an Proviant veranlassten den Herzog von Braunschweig auf dasrechte Rheinufer zurückzugehen. Durch einen forcirten Marsch nachDülmen kam er Contades an dem Flusse Niers zuvor und marschirte überXanten nach Emmerich, überschritt in der Nähe dieser Stadt (am 9. und10. August) den Rhein und vereinigte sich in Koesfeld mit dem englischenHilfscorps. Auch Contades ging über den Rhein, und zwar bei Düssel-dorf. In der Absicht sich mit Soubise zu vereinigen. forderte Contadesdenselben auf nach Lippstadt zu gehen und nahm selbst in der Nähe vonRecklinghausen Stellung. Würden die beiden französischen Armeen da-mals ihre Vereinigung bewerkstelligt haben, so hätte der Feldzug für dieVerbündeten eine sehr ungünstige Wendung nehmen können; allein dieRivalität und Uneinigkeit, welche zwischen den beiden französischen Feld-herren herrschte, rettete die Verbündetem Soubise, der auf eigene Faustzu operiren wünschte und eine Vereinigung mit Contades nicht wollte, er-oberte Kassel, marschirte schnell nach Nordheim und begann die Gegend

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