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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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162 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Unordnung über Meurs und Krefeld nach Neuss zurück, kehrte jedoch aufAndrängen seiner Generale wieder nach Krefeld zurück und nahm hierhinter befestigten Linien Aufstellung, beide Flanken durch Waldungenund durch eine die Vertheidigung begünstigende Oertlichkeit gedeckt.

Der Herzog von Braunschweig marschirte sofort nach Krefeld undtheilte, in der Absicht die Franzosen anzugreifen, seine Armee in dreiTheile : während der General Sporken mit einem Truppentheile denrechten Flügel der Franzosen festhielt, umging er selbst mit einem an-dern deren linken Flügel, warf denselben und vereinigte sich mit demGeneral Oberg, der unterdessen mit der dritten Armee-Abtheilung die be-festigten Linien der Franzosen in der Fronte angegriffen und (am 23. Juni)im Centrum durchbrochen hatte. Clermont-Conde, der in dieser Schlachtgegen 7000 Mann verloren hatte. zog sich, um einer totalen Niederlagezu entgehen, nach Köln zurück. Der Herzog von Braunschweig hinge-gen blockirte Wesel, besetzte einen bedeutenden Landstrich zwischen demNiederrhein und der Maas, eroberte nach kurzer Belagerung Düsseldorfund nachdem er zur Sicherstellung seiner Communication mit Westfalenin Rees, unterhalb Wesel, eine Brücke geschlagen hatte, Hess er, ein12,000 Mann starkes Hilfscorps aus England erwartend, seine Armee inder Gegend von Jülich Cantonnements beziehen.

Auf diese Weise hatte sich die französische Armee im Laufe weni-ger Monate um die Hälfte ihrer Truppenzahl vermindert und waren allevon ihr gemachten Eroberungen für sie verloren gegangen.

§ 62.

Die Defensiv-Operationen des Herzogs von Braunsehweig. DieOffensiv-Operationen Contades'.

Die Erfolge der Verbündeten auf dem linken Ufer des Niederrheins,besonders der Sieg bei Krefeld, bewogen das Versailler Cabinet ent-schiedenere Massregeln zu ergreifen. Die Armee Clermont-Conde's wurdeauf 80,000 Mann verstärkt und der Oberbefehl über dieselbe einemder besten damaligen französischen Generale, dem Marschall Contadesanvertraut, welcher seine Ausbildung unter den Fahnen des MarschallsGrafen von Sachsen erlangt hatte. Die Armee Soubise's (25,000 Mann),ursprünglich nach Böhmen bestimmt, wurde am Rhein zur UnterstützungContades' belassen, welcher unverzüglich die Offensiv-Operationen eröff-nen sollte. Contades nahm jedoch das Operationssystem Daun's an (das-selbe hatte damals merkwürdiger Weise die Aufmerksamkeit von ganzEuropa auf sich gelenkt) und beschloss nach Möglichkeit den Kampf zuvermeiden, dagegen in den allerfestesten Positionen Aufstellung zu neh-