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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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158 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Am 30. October setzte die preussische Armee ihren Marsch nachLauban fort, wobei nur ihre Arrieregarde fortwährend den UeberfällenLaudon's ausgesetzt war. In Lauban theilte Friedrich seine Armee inzwei Theile: den Prinzen Heinrich schickte er mit 21 Bataillonen und45 Escadronen (gegen 22.000 Mann) nach Landshut, um Daun zu hin-dern, dass er Hart verstärke, und er selbst ging, nachdem er die Trup-pen Fouque's von Landshut an sich gezogen, mit 29 Bataillonen und68 Escadronen (gegen 28,000 Mann) über Löwenberg und Jauer nachSchweidnitz. Unterdessen war Hart, welcher Neisse belagerte. schonbis auf 150 Schritte dem verdeckten Wege nahegerückt. Sein Corps(30,000 Mann) war stärker als das Heer, an dessen Spitze Friedrichselbst heranrückte; dessenungeachtet beeilte sich Hart, als er die Nach-richt von der Annäherung Friedrich's erfahren hatte, die Belagerung auf-zuheben und sich über Zuckmantel nach Mähren zurückzuziehen. Fried-rich schickte einen Theil seiner Truppen zu dessen Beobachtung ab undtrat bald darauf seinen Rückmarsch nach Sachsen an. Somit war esihm gelungen, durch kühnes und geschicktes Manövriren Neisse zu ent-setzen.

Die Schnelligkeit und Entschlossenheit seiner Operationen flösstenseinen Gegnern einen solchen Schrecken ein, dass der österreichischeGeneral Kälnoky, der bereits die nördlicher gelegene Festung Koselblockirt hatte, bei der ersten Kunde über den Marsch Friedrich's nachOberschlesien, ähnlich wie Hart, sich beeilte, die Blockade aufzuhebenund sich nach Mähren zurückzuziehen.

§.59.

Der Marsch Daun's nach Dresden. Die Blockade Dresdens. Die Rück-kehr Friedrich's nach Sachsen. Der Rückzug Daun's und desHerzogs von Zweibrüeken aus Sachsen.

Da Daun es nicht vermocht hatte, Friedrich von Oberschlesien abzu-schneiden, so Hess er zur Unterstützung Laudon's einen Theil seinerTruppen in Lauban zurück und marschirte mit der Hauptmacht von Gör-litz über Bautzen nach Pirna, ging hier über die Elbe und nahm beiLockwitz Aufstellung, in der Absicht, während Friedrich's AbwesenheitDresden, das von einer preussischen unter dem Befehle des GeneralsSchmettau stehenden Garnison besetzt und durch das schwache CorpsFink's gedeckt war, zu belagern und zu erobern. Um ihn zu unterstützen,stellte sich die Armee des Herzogs von Zweibrücken bei Freiberg auf.

Fink, der von Friedrich den Befehl erhalten hatte, nach Möglichkeitdem Kampfe auszuweichen, sich nicht umzingeln zu lassen und im