5. Der siebenjährige Krieg. 159
äussersten Falle den Truppen Dohna's und Wedel's entgegen zu gehen,um sich mit ihnen zu vereinigen, stellte sich, sowie die Oesterreicherihren Marsch nach Dresden antraten. im Plauen'schen Grunde auf undging dann unterhalb Dresden auf das rechte Eibufer über, indem er sichdadurch den Anschein gab, als wolle er sich nach Meissen zurückziehen.
Daun hoffte nach Fink's Entfernung Dresden unbehindert belagernzu können. Als er jedoch erfahren hatte, dass Schmettau entschlossenwar sich bis auf's Aeusserste zu vertheidigen, sowie dass die TruppenDohna's und Wedel's nach Sachsen marschirten, ja Friedrich selbst mitseinen Truppen im Anmarsch begriffen sei, zog er die Blockade Dres-dens einer Belagerung dieser Stadt vor und entsendete unterdessen ausder Armee des Herzogs von Zweibrücken das Corps Haddik's nach Tor-gau, mit dem Auftrage die dort befindlichen Magazine zu erobern. DieGarnison von Torgau jedoch, verstärkt durch die dort eingetroffenenTruppen Wedel's, schlug Haddik zurück. Bald darauf vereinigte sichWedel mit Dohna. und ihre Truppen, 18,000 Mann stark, stellten sich,nachdem sie Haddik zum zweiten Male geworfen und zum Rückzügenach Grimma gezwungen hatten, bei Eilenburg auf.
Die vor Leipzig angekommene Armee des Herzogs von Zweibrückenhob nach Haddik's Niederlage die schon vorher von den Corps des Ge-nerals Kleefeld und des Fürsten Lichtenstein dort unterhaltene Blokadeauf und zog sich nach Chemnitz zurück.
Während dieser Zeit marscbirte Friedrich, nachdem er einen Trup-pentheil zur Beobachtung des Generals Kälnoky bei Landshut und denMarkgrafen Karl mit einem Detachement in der Lausitz zurückgelassenhatte, mit dem Gros seiner Armee eiligst über Lauban und Weissenbergnach Dresden, wo er, nach 12tägigem Marsch angelangt, sich mit Finkvereinigte.
Bei seiner Annäherung hob Daun die Blockade von Dresden auf,schleifte die Befestigungen des Sonnensteins und zog sich ins nördlicheBöhmen zurück, wo er seine Armee Winterquartiere beziehen Hess. DasDetachement Deville's war bei Königgrätz und Hart befand sich mit sei-nen Truppen in Mähren, während die Armee des Herzogs von Zwei-brücken Winterquartiere in Franken bezog. Von der gegnerischen Par-tei verblieb der Prinz Heinrich mit der Hauptmacht in Sachsen, in derNähe von Dresden und Leipzig, der Markgraf Karl mit 15,000 Mann warin Schlesien dislocirt, während Fouque und Ziethen an der böhmisch-mährischen Grenze sich befanden: die Truppen Dohna's und Wedel'swurden gegen die Schweden in Pommern dirigirt.
Damit endeten die Hauptoperationen des Feldzuges vom Jahre 1758in Sachsen und Schlesien.