1 54 HL Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts!
Truppen auf numerisch überlegene österreichische Streitkräfte, wur-den umzingelt und fast alle entweder aufgerieben oder gefangen ge-nommen. Hierauf besetzte der österreichische linke Flügel, seinen An-griff fortsetzend, die Höhen von Hochkirch, verschanzte sich auf den-selben und eroberte in der Nähe des genannten Ortes eine grosse preus-sische Batterie; Laudon hingegen rückte mit 4 Bataillonen und 16 Esca-dronen gegen den Rücken des rechten Flügels der Preussen vor. Aufsolche Art überrumpelt. schickten die Preussen zur Verstärkung ihresrechten Flügels ein Bataillon nach dem andern aus dem Centrum nachHochkirch. Hier entbrannte nun ein heftiger und blutiger Kampf. Diepreussischen Bataillone wurden nach Massgabe ihrer Ankunft in Hoch-kirch in der Fronte von Daun, in der rechten .Flanke und im Rücken vonLaudon und schliesslich auch in der linken Flanke von den Truppen Col-loredo's angegriffen und mit Verlust geworfen. Alle Angriffe der preus-sischen Reiterei wurden von der österreichischen Reiterei, die ihrerseitsden Preussen in die Flanke fiel, zurückgeschlagen: Hochkirch ging zweiMal und die grosse preussische Batterie mehrere Male aus einer Hand indie andere über und schliesslich, nach zweistündigem im Dorfe Hoch-kirch und um dasselbe herum mit grosser Heftigkeit geführten Kampfe,wurden die Preussen durch unverhältnissmässig überlegene Streitkräfteder Oesterreicher aus demselben verdrängt und gezwungen sich nach denDörfern Pomeritz und Dresa zurückzuziehen. Hier nahm die preussischeArmee eine neue Position ein, indem sie sich perpendiculär zur Richtungihrer früheren Gefechtslinie aufstellte und in Erwartung der Vereinigungmit Retzow aus ihrer ganzen Artillerie ein starkes Feuer auf die Truppendes österreichischen linken Flügels, der sich zwischen Hochkirch undSteindörfel jdie Infanterie auf der rechten, die Reiterei auf der linkenFlanke) befand, eröffnete. Unterdessen hatte sich der Nebel verzogen,und Daun, der vor sich die preussische Armee von Neuem in Schlacht-ordnung aufgestellt und kampfbereit sah, hielt es für einsichtsvoller dieweiteren Operationen einzustellen und die Erfolge Aremberg's gegen denlinken Flügel der Preussen abzuwarten. Diese unzeitige Vorsicht Daun'srettete die preussische Armee vor gänzlicher Niederlage und raubte derösterreichischen die Möglichkeit einen bedeutend grösseren und glänzen-deren Erfolg zu erzielen. Während Daun zögerte und abwartete, hatteAremberg die Truppen des preussischen linken Flügels geworfen, andert-halb Bataillone zu Gefangenen gemacht und eine preussische Batterievon 22 Geschützen erobert; hierauf beschränkten sich'aber auch alle seineErfolge. Dem General Retzow jedoch, der bei "Weissenberg mit Erfolg dieihm entgegengeschickten vom Prinzen von Durlach befehligten österrei-chischen Truppen zurückgeschlagen hatte, gelang es, wenngleich mitAnstrengung und Verlust, sich mit dem linken Flügel der preussischen